Warum Fasten?
Mit Heilfasten zu mehr Lebensenergie!
Wie funktioniert eigentlich Fasten, welche Prozesse laufen im Körper ab und wie beeinflusst das Fasten unser körperliches und seelisches Befinden? Meist wurde aus spirituell-religiösen Gründen gefastet. Das eigentliche Heilfasten, wie wir es jetzt durchführen, wurde erst im letzten Jahrhundert durch den berühmten Fastenarzt Dr. Otto Buchinger populär. Er war damals durch eine rheumatische Erkrankung beinahe gezwungen, den ärztlichen Beruf aufzugeben. Durch das Fasten konnte er seine Erkrankung heilen und etablierte so die heute noch praktizierte Fastenmethode nach Buchinger mit Tees, Mineralwasser, Gemüsebrühe, Obst und Gemüsesäften. Aber nicht nur bei rheumatischen Erkrankungen wirkt Heilfasten. Gerade in der heutigen Zeit leiden viele unter den Folgen von auf einer Seite „zu viel“ und andererseits „zu wenig“.
Zu viel Fett, Fleisch, Stress und Medienüberflutung, dafür im Gegenzug zu wenig Bewegung, Entspannung, zu wenig frisches Obst und Gemüse. Das führt zu Gewichtszunahme, hohem Blutdruck, erhöhten Cholesterinwerten, entgleistem Zuckerstoffwechsel und erhöhter Harnsäure, genannt „metabolisches Syndrom“. Behandelt wird meist symptomatisch mit Tabletten. Die Konsequenzen Herzinfarkt, Schlaganfall oder manifeste Diabeteserkrankung lassen sich damit oft nur verzögern. Die Ursache wird jedoch nicht angegangen. Im Gegenteil – manche Tabletten gegen hohen Zucker führen auf Dauer zu weiterer Gewichtszunahme.
Das Heilfasten als idealer Einstieg zur Änderung der Ernährungs- und Lebensweise ist eine kausale Therapie des „metabolischen Syndroms“. Durch den Verzicht auf äußere Nahrung wird das Verdauungssystem stillgelegt. Das ist der Grund, warum während des Fastens erstaunlich wenig Hungergefühle auftreten. Das Herzkreislaufsystem, das im Normalfall einen Großteil seiner Leistung für den Verdauungstrakt bereitstellen muss, fährt seine Energiezufuhr zurück. Die Folge ist ein verminderter Druck in Blutgefäßen, Gewebe und Organen.
Aber es passiert noch mehr. Durch die deutlich verringerte Salzzufuhr kann lange im Körper zurückgehaltenes Wasser ausgeschieden werden. Dies bedeutet eine weitere Entlastung für den Kreislauf. Durch den Verzicht auf Zucker kann sich der entgleiste Stoffwechsel wieder regenerieren und mit jedem Kilo Gewichtsverlust reduziert sich die sogenannte Insulinresistenz, die für eine Diabeteserkrankung im Alter verantwortlich ist. Während des Fastens sinken auch die Cholesterinwerte, da von außen kein Fett mit der Nahrung zugeführt wurde. Aufgrund der beim Fasten dringend empfohlenen vermehrten Bewegung steigt das sogenannte „gute Cholesterin“, das HDL-Cholesterin, an. Damit kann auch nachhaltig der Fettstoffwechsel verbessert werden.
Die Belohnung kommt sehr schnell. Bald können blutzuckersenkende Medikamente abgesetzt, die Blutdruckmedikamente reduziert und eventuell auch abgesetzt werden. Wie lange die Medikamente reduziert oder abgesetzt bleiben können, hängt davon ab, wie der Gewichtsverlust gehalten werden oder sogar durch eine veränderte Lebensweise gesteigert werden kann. Der sorgfältige Essensaufbau nach der Fastenzeit dient dazu, sich das Essen bewusst zu machen. Man lernt es sozusagen neu. Das ist die Gelegenheit, alte Fehler ein für allemal zu eliminieren wie zu hastiges Essen, Essen ohne Hungergefühl, „Nebenher-Essen“ aus Zeitmangel. Optimal wäre, im Rahmen einer fachlich kompetenten Ernährungsberatung viele Anregungen für richtiges Essen im Alltag mitzunehmen. Gesundes Essen bedeutet nicht Verzicht auf alles, was schmeckt. Im Gegenteil, gesundes Essen ist abwechslungsreich, macht Freude und gibt wesentlich mehr Schwung für den Alltag als die „gute Hausmannskost“.
Am besten fastet es sich weit weg von zu Hause, in schöner Umgebung. Fasten sensibilisiert, so kann die Natur wesentlich eindrücklicher erlebt werden. Eine erste Fastenerfahrung sollte immer von einem erfahrenen Fastenarzt oder Fastenleiter begleitet werden. Die ärztliche Erstuntersuchung bietet Gelegenheit für einen ausführlichen Check aller Risikofaktoren mit kardiovaskulärer Diagnostik (Ruhe-EKG, Belastungs-EKG, Ultraschalluntersuchungen des Herzens und der Gefäße) unter einem Dach. Neben der schulmedizinischen Diagnostik erweitern komplementärmedizinische Verfahren aus Naturheilkunde, Homöopathie und Akupunktur den therapeutischen Horizont. Auch kann man in einer Fastenklinik oder einem Fastenhaus gesundheitlich sehr viel mehr von dem dort vorhandenen Angebot profitieren. Der Faster sollte sich viel bewegen, Sportarten wie Wandern, Nordic Walking oder Radfahren sind ideal.
Der innere Rückzug beim Fasten ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Entspannungsmethoden wie autogenes Training oder Meditation sind Bestandteil des Fastens und müssen auch als Therapie angesehen werden. Denn letztendlich geht es um Stressbewältigungsmethoden für den Alltag.
Kneippgüsse trainieren den Kreislauf und bringen Schwung in den Tag. Warme Fangopackungen lockern schmerzhafte Muskelverkrampfungen, ein duftender Heusack unterstützt die Leber bei ihrer Stoffwechselarbeit. Gelenk- und Rückenprobleme können mit gezielten Massagen und Krankengymnastik spürbar gebessert werden. Viele weitere Erkrankungen wie Allergien, Autoimmunerkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und auch Migräne profitieren ebenfalls vom Heilfasten, der „Operation ohne Messer“:
Stoffwechselerkrankungen
- Übergewicht
- metabolisches Syndrom
- Diabetes mellitus II
- Fettstoffwechselstörungen wie erhöhtes Cholesterin
Herz-Kreislauferkrankungen
- Bluthochdruck
- Gefäßverkalkungen und Durchblutungsstörungen
- rheumatische Erkrankungen
- rheumatoide Arthritis
- Fibromyalgien
- Weichteilrheumatismus
- Gelenkarthrosen
Erkrankungen im Verdauungstrakt
- Stuhlträgheit
- Bauchspeicheldrüsen- und Lebererkrankungen
- Allergien und Nahrungsmittelallergien
Für Gesunde ist das Fasten empfehlenswert:
- zum Abbau von überflüssigen Pfunden mit der konsequenten Umstellung auf eine gesunde Vollwerternährung
- zur Stärkung des Abwehrsystems (Fasten wirkt positiv auf das Immunsystem)
- zur Erholung und Entspannung für nervlich erschöpfte, gestresste Menschen. Sie finden zu sich und lernen wieder, sich auf das Wesentliche zu besinnen
