Tannerhof:Nachhaltig

Schon seit seiner Gründung 1905 setzte sich jede Familiengeneration am Tannerhof aktiv für den Erhalt und die Wertschätzung der Natur ein. Der besondere Respekt für unsere Umwelt fußt in der Überzeugung, dass es dem Menschen langfristig nur gut gehen kann, wenn die ihn – in jeglicher Hinsicht – nährende Natur intakt ist. Insofern liegt uns der Schutz der natürlichen Ressourcen und die Gesundheit des Menschen besonders am Herzen.

Wenn man einmal JA gesagt hat zu dieser Reise, ist es unmöglich aus Bequemlichkeit wieder auszusteigen. So sehen wir uns ständig gefordert, unseren eigenen Ansprüchen nicht nur gerecht zu werden, sondern uns selbst immer wieder zu hinterfragen und weiter zu entwickeln… „There is no easy way out“!

Unsere Nachhaltigkeitsstandards und praktizierte GemeinWohlÖkonomie

Umwelt

Food & Beverage
Ressourcenschonend zu arbeiten ist ganz leicht – man muss sich nur trauen dem Gast zu vermitteln „gegessen wird, was auf den Tisch kommt!“. 1 festes 4-Gänge Menü am Abend - im Gegensatz zur à la carte Wahl - erlaubt es uns, Lebensmittelabfälle drastisch zu minimieren.
Wo möglich, beziehen wir unsere hervorragende Ware aus der Region – das sorgt für Frische und Geschmack! Die Tannerhof-Küche verarbeitet nah an die 100% Bio- oder MSC- (bei Fisch) zertifizierte Lebensmittel.
Auch die Getränke im Restaurant stammen von Bio-Winzern und -Brauern, Kaffee, Tee, Säfte, Softdrinks sind sogar oft bio und regional hergestellt. Wenige ausgewählte nicht-bio Produkte bieten wir aufgrund der Regionalität und ihrer hohen Qualität an.
Der Nachhaltigkeitsgedanke – aber auch die Urlaubsfreude für unsere Gäste – wird durch eine kleine Bioland Landwirtschaft bereichert: mit Freilandgarten und Gewächshaus für Kräuter und Blumen.
4 glückliche Rinder mit Namen sowie eine kleine Laufenten-Familie teilen das Gelände mit den Bewohnern.

Wir sind Bioland Partner und Unterstützer von SLOWFOOD.

Energie
Für die Energieversorgung beziehen wir ausschließlich Ökostrom und heizen zu 90% mit Hackschnitzeln. Der CO2 Fußabdruck lag 2017 bei 7,88kg/Übernachtung.
Nachhaltigkeit heißt für uns auch, unsere Gäste zur Anreise per Zug zu animieren – vor allem aber auch die E-Mobilität zu unterstützen. Wir stellen unseren Gästen Ladestationen für Elektroautos zur Verfügung.

Architektur
Mit dem großen Umbau 2011 entstandenen 4 Hüttentürme. Sie bekamen ihre übereinander gestapelten 3 Zimmer, um unnötige Flächenversiegelung zu vermeiden: Selbstverständlich sind sie aus Massivholz gebaut, mit natürlicher Holzwolle gedämmt und an eine Fernwärmeleitung angeschlossen.
Auch wenn es um nötige neue Gebäude geht – wie jüngst unser Fahrrad- und Skistadel – greift der Gedanke des Upcycling eher als der des Neu-Bauens: am Tannerhof wurde zu diesem Zweck ein alter Heustadl im nahen Alpbachtal in Tirol in Eigenarbeit abgetragen und am Tannerhof wieder aufgebaut.

Müll
Selbstverständlich wird bei uns streng Mülltrennung betrieben. Wir denken aber kontinuierlich an Möglichkeiten, noch mehr Plastik & Folie einsparen zu können.

Upcycling
Typisch für den Tannerhof sind Gegenstände oder Einrichtungen, die bereits eine Geschichte haben und hier einem neuen Zweck zugeführt werden – wie zum Beispiel unser schöner, alter Leipziger Kaufmannsladen (Restauranttheke/Bar), der stattliche Panzerschrank (Rotweine) oder die historischen Wand- und Bodenfließen in der Sauna oder im Skistadel.

Materialien & Produkte
In allen Räumen finden sich jenseits der Vollholzmöbel und -böden oder der Solnhofener Platten reine Naturmaterialien (Leinen und Baumwolle) bei Vorhängen, Decken und Teppichen.
Unser SPA-Bereich verwendet ausschließlich Bio-zertifizierte Naturkosmetik Produkte aus Bayern bzw. dem nahen Salzburg, und unsere Hauswirtschaft verlässt sich auf ökologische Reinigungsmittel und –methoden.
In den Gästezimmern finden sich nachfüllbare Behältnisse für nur wenige voraussetzbare Körperpflegeprodukte und selbstverständlich fördern wir beim Handtuchverbrauch das „use me again“ Prinzip. Badeschlappen gibt es nur auf ausdrückliche Nachfrage.

Soziales

Soziale Nachhaltigkeit ist gerade in der Gastronomie dringend geboten. Der Tannerhof fühlt große Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern: es gilt das Prinzip der Gleichberechtigung – auch in der Bezahlung, die sich in z.T. übertariflicher Lohnzahlung sowie in gerechter Stundenkontrolle und im Arbeitszeitausgleich zeigt.

Die am Tannerhof allseits präsente Gesundheitsphilosophie wirkt sich auch auf die Arbeitsplatzqualität aus und wird mit einer geförderten Pausenregelung und einem gesunden Bio-Mitarbeiteressen gestützt. Ärztliche und therapeutische Maßnahmen können von den Mitarbeitern bei Bedarf in Anspruch genommen werden.

Die Wertschätzung der Mitarbeiter steht vor unserem Verständnis, dass sie alle als Gastgeber den Tannerhof vertreten und seinen Gästen in diesem Selbstverständnis zugewandt begegnen. Fortbildungen und Workshops zur Weiterbildung und Motivation werden zu jeder Zeit gefördert.

Der Versuch, anerkannte Asylbewerber zu integrieren, gehört ebenso zum Gedanken der sozialen Nachhaltigkeit am Tannerhof wie das erfolgreiche Fungieren als Ausbildungsbetrieb und der Förderung des jungen Nachwuchses in der Hotellerie.

Der Verbund der Werteproduzenten ist für uns ein wichtiges Forum, um regionale Gedanken, regionale Wertschöpfung und „Wert-Volles“ in und aus der Region zu unterstützen – das betrifft gleichermaßen Produkte wie Dienstleistung.
Unsere Gäste schätzen die Ausflugs-Empfehlungen zu den Werteproduzenten während ihres Urlaubs – ein Mehrwert also für Besucher und Anbieter.

Vernetzung

Schon immer bio und Nachhaltigkeit praktizierend, ließ sich der Tannerhof 2006 bio-zertifizieren (DE-ÖKO-006). Den Anschluss an die BIO HOTELS fanden wir, da sie als das seriöseste und vertrauenswürdigste bio-Siegel in der Hotellerie gelten. Nachhaltiges Wirtschaften, regionaler Einkauf und umweltfreundliche Energie- und Abfallkreisläufe sind für alle BIO HOTELIERS verpflichtend. Als erste Hotel-Angebotsgruppe haben sich die BIO HOTELS einer Nachhaltigkeits-Zertifizierung unterzogen. Damit ist die ständige Verbesserung der CO2-Bilanz das erklärte gemeinsame Ziel.
Derzeit ist der Tannerhof das einzige zertifizierte Biohotel im Landkreis Miesbach und hat sich selbstverständlich in sämtlichen Hotelbereichen seiner Überzeugung verschrieben.

Wir bemühen uns um Kooperationen mit nachhaltigen Tourismusportalen wie GOODtravel und Anderswo (Blaue Schwalbe) und inserieren Stellenangebote z.B. auf GOODjobs.

Lieferanten/Dienstleister/Partner

BIO HOTELS
EPOS Biopartner
Die Werteproduzenten
Greenpeace Energy
Die Umweltdruckerei
Martina Pfeiffer Wasserburg
Lokale Handwerksbetriebe

 

Gemeinwohlökonomie – ganz persönlich
Von Burgi v. Mengershausen

Der Tannerhof und Gemeinwohl

Meine Urgroßeltern, die Gründer des Tannerhofes, waren 1904 beseelt von den Ideen der Reformbewegung und damals schon überzeugt davon, dass die Folgen der Industrialisierung mit ihrem Höher-Schneller-Weiter Mensch und Natur nicht gut tun. Sie schrieben damals schon auf eine Tür des alten Bauernhauses den schönen Spruch von Silesius: Mensch werde wesentlich.
Jede weitere nachfolgende Generation im Tannerhof lebte diese Philosophie im Grunde genommen weiter, nur wurden je nach Bedürfnissen und Zeit unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt.

Und so war es uns als vierte Generation ein Anliegen, viele gute Ansätze von damals wieder neu zu beleben. Eine Freundin machte mich schon vor drei Jahren auf die GWÖ aufmerksam und schickte mir auch das Buch von Christian Felber. Dabei sind uns viele Berührungspunkte mit der Tannerhof Unternehmens-Philosophie aufgefallen.

Danach sind wir per Zufall immer wieder über die GWÖ gestolpert, zuletzt im Rahmen der Biohotels Gruppe. Das hat so motiviert, dass wir nun selbst eine Gemeinwohl Bilanz erstellen möchten. Zur Standortbestimmung, zum Nachdenken, zur Visionsentwicklung für die Zukunft.

Nun ist unser Bericht vorerst abgeschlossen. Die Peer Evaluation in der Gruppe mit zwei anderen Biohotels hat ebenfalls schon stattgefunden. Jetzt warten wir noch auf das Testat von ecogood. Mit der Erstellung des Berichtes wurden viele Prozesse im Unternehmen in Gang gebracht, die sich in ein bis zwei Jahren weiter entwickeln dürfen:
Ein Haustarifsystem und damit Transparenz und Gerechtigkeit der Löhne.
Das Kommunizieren des Wertesystems Tannerhof an Mitarbeiter, Gäste und Lieferanten.
Nicht Nachlassen bei weiteren ökologischen Verbesserungen.
Das Nachdenken über Mitbeteiligung durch Mitarbeiter.
Evtl. können wir als Unternehmen die Verantwortlichen unserer Kommune zur Erstellung einer eigenen Gemeinwohl-Bilanz animieren?  

Langfristige Ziele bei der Umsetzung der Gemeinwohlökonomie

Die Ideen der GWÖ liegen uns sehr am Herzen und wir sind vollkommen überzeugt, dass nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften nur so geht.
Bei der Erstellung des Berichtes kamen jedoch Zweifel, ob diese Form der Berichterstellung die passende ist. Oft sind die Fragen zu sperrig, unklar formuliert. Oft erscheinen die Inhalte gedoppelt. Da wünschen wir uns eine gründliche Überarbeitung und Anpassung des Systems. Nur so können wir sicherstellen, dass die Idee der GWÖ Bestand hat und nicht durch inhaltliche Mängel und Formulierungsmängel abschreckt.
Gerne möchten wir weiterhin mit Unterstützung der GWÖ im Prozess der Reflektion bleiben und die Ideen an interessierte befreundete Unternehmen weitertragen.