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Der Tanner – Das Magazin aus Deinem Versteck in den Bergen
Micol Krause7 min

„Qualität vor Quantität“

Boxtrainer, Coach, Geologe: Dr. Tim Yilmaz ist promovierter Geologe, Box Coach und Gründer des Mariposa Boxing Club in München, der viel mehr ist als nur ein Ort zum Boxen und zum Trainieren.  Für den Tannerhof hat er die neuen Fitnessräume in der Badeharpfe mitgestaltet – Orte, die für Konzentration, Kraft und Ruhe stehen. Außerdem bietet er seit Jahren Boxcamps am Tannerhof an. Ein Gespräch über Bewegung, Haltung und die Kunst, das Wesentliche zu trainieren.

Bildtitel DE - Bildbeschreibung DE – Credit: David Zehentner
Tim Yilmaz auf der Hantelbank im Eleiko Kraftraum der Tannerhof Badeharpfe

Vom Schreibtisch in den Boxring

Tim, du vereinst Wissenschaft, Coaching und Boxen – eine ungewöhnliche Kombination. Wie kam es dazu?
Ich habe über meine Diplomarbeit den Weg in die Forschung gefunden, promoviert und einige Jahre in der Wissenschaft gearbeitet. Parallel dazu habe ich immer Sport gemacht – vor allem Boxen – und bin bald auch Trainer geworden, damals im MTV 1879 München. Ohne mein Training hätte ich meine Promotion nie geschafft. Eine Zeit lang habe ich beides parallel betrieben, bis ich mich entschieden habe, den Fokus voll aufs Boxen und Coaching zu legen.

Dabei geht es mir um modernen, weltoffenen Boxsport, um Finesse statt nur um Schlagkraft. Boxer und Wissenschaftler haben viel gemeinsam: Beide müssen strukturiert, ganz sauber und bis ins letzte Detail arbeiten, um besser zu werden und kleine Erfolge zu feiern.

Was bedeutet dir Training – körperlich, mental, emotional?
Training ist für mich Freiheit. Ein Raum, in dem ich abschalte – fern vom Alltag, fern von Social Media, fern von Informationsflut. Ich komme zur Ruhe, tue etwas für meine Gesundheit und fühle mich gleichzeitig geerdet. Es ist mein Safe Space. Gleichzeitig bekommen die Tage einen festen Rhythmus und helfen mir insgesamt, meine Ziele durch „Hard-Work-Dedication“ zu erreichen.

Du hast den Mariposa Boxing Club gegründet  –  ein ungewöhnlicher  Name für einen Boxclub. Wie kam es dazu?
„Mariposa“ heißt Schmetterling – und erinnert mich an einen Mexiko-Urlaub mit meiner Frau. Diese Leichtigkeit wollte ich auch im Namen spüren. Ich wollte einen Ort gründen, an dem Kraft, Präzision und Eleganz zusammenfinden. Boxen ist für mich kein aggressiver, sondern ein bewusster Sport. Und Boxen ist für alle geeignet, egal welcher Hintergrund, welches Geschlecht und welcher Beruf.

Mariposa meets Tannerhof – die neuen Gyms in der Badeharpfe

Wie kam deine Zusammenarbeit mit dem Tannerhof zustande?
Über meine Frau. Sie war hier im Urlaub und kam begeistert zurück: „Du musst da hin, das ist dein Ort.“ Ich kam, lernte Roger Brandes kennen – und schnell entstand die Idee, Boxcamps am Tannerhof anzubieten. Das passte einfach – menschlich, räumlich, atmosphärisch. Daraus wurde über die Jahre Freundschaft. Später hat mich Roger gefragt, ob ich bei der Konzeption der neuen Fitnessräume mitwirken möchte – und das habe ich mit Freude getan.

Was war dein Leitgedanke bei der Ausstattung der Räume?
Ganz klar: Qualität. Der Tannerhof steht für handwerkliche Präzision, gutes Material und Liebe zum Detail – und das sollte sich in den Fitnessräumen widerspiegeln. Wir haben uns für Eleiko entschieden, die wohl hochwertigste Marke im Krafttrainingsbereich, und für Technogym bei den Ausdauergeräten. Beides steht für Langlebigkeit, Nachhaltigkeit und durchdachtes Design. Die Geräte sollen nicht nur funktionieren – sie sollen sich selbstverständlich in die Atmosphäre des Hauses einfügen.
Ich versuche immer, mit möglichst wenig Equipment auszukommen. Räume sollen atmen können. Weniger Geräte, mehr Bewegung. Gute Allroundgeräte reichen aus, um vielseitig und nachhaltig zu trainieren. Das hat auch etwas mit Achtsamkeit zu tun – mit Klarheit und Fokus.

Wie unterscheiden sich die Fitnessräume  hier von anderen Hotels?
Ich kenne kein Hotel, das Eleiko-Geräte in dieser Qualität anbietet. Aber entscheidend ist die Atmosphäre: Hier trainiert man mit Blick auf die Alpen, den Pool, die Natur. Das ist Luxus im besten Sinn – Raum, Ruhe, Licht, Konzentration.

Und ich glaube, Krafttraining wird stärker in den Fokus rücken. Das zeigt sich auch in der Gestaltung der neuen Gyms in der Badeharpfe. Wissenschaftlich ist klar: Kraft bedeutet Mobilität, Stabilität, Lebensqualität – besonders im Alter. Cardio bleibt wichtig, aber die Balance verschiebt sich. Das merkt man auch hier am Haus.

Boxen am Tannerhof

Wie laufen die Boxcamps hier ab?
Es gibt zwei Formate: das Faster Camp, das sieben Tage dauert und mit dem Buchinger-Heilfasten kombiniert ist, und das Schlanke Tanne Camp, das fünf Tage dauert und auf eine Low-Carb-, High-Protein-Ernährung setzt. Beide beinhalten tägliche Einheiten – Boxen, Kraft, Beweglichkeit, Aktivierung am Morgen. Es ist intensiv, aber ganzheitlich.

Wie geht Boxen mit Fasten zusammen?
Sehr gut. Der Körper hat enorme Energiereserven, und durch das Training bleibt die Muskulatur erhalten. Viele fühlen sich nach wenigen Tagen leichter, klarer, wacher.

Wie lässt sich Boxen mit Entspannung und Natur verbinden?
Boxen braucht Rhythmus – Spannung und Entspannung. Wer das vergisst, übertrainiert. Die Natur hier unterstützt genau das: Regeneration, Ruhe, Bewusstsein.

Und was wünschst du dir, dass Menschen aus deinem Training mitnehmen?
Dass sie verstehen: Qualität zählt. Bewusst trainieren, Pausen ernst nehmen, langfristig denken. Und Freude an Bewegung finden – nicht aus Pflicht, sondern aus Begeisterung.

Was nimmst du selbst aus diesen Tagen mit?
Vor allem Begegnungen. Hier am Tannerhof kommen außergewöhnliche Menschen zusammen. Besonders die Abende in den Fastencamps sind inspirierend – wenn alle beim Tee über Essen sprechen. Da merkt man, wie emotional aufgeladen Ernährung ist. Und ich lerne jedes Mal selbst wieder dazu. Und die Haltung am Tannerhof: Qualität, Entschleunigung, Nachhaltigkeit. Das spürt man in jedem Detail – und ich nehme es jedes Mal mit nach Hause.

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