Der Tanner – Das Magazin aus Deinem Versteck in den Bergen
Romy von Mengershausen4 min

Spüren und Saufen und Löffeln - Ein Fastentag am Tannerhof

Der Morgen ist still. Sehr still. Die Ruhe am Tannerhof hat einen eigenen Takt, fast wie ein Pulsschlag der Berge. Man bewegt sich noch im alten Tempo, bis der Ort einen langsam einfängt… und plötzlich geht man im gleichen Rhythmus. Dann ist man angekommen.

Ein Blick in die Almwiese, ein tiefer Atemzug, der die Scheibe kurz beschlägt – und der Tag beginnt.

Frau_relaxed_im_Ruheraum_der_Badeharpfe_Am_Tannerhof.jpg -
Relaxing Stunden im Panorama-Ruheraum in der Badeharpfe
8:00 Uhr – Der Start: Tee & Orange

Während andere Gäste zum Frühstücksbuffet schlendern, startet der Fastentag mit einer der wichtigsten Regeln: Saufen. Saufen. Saufen.
Steht genauso auf den Thermosflaschen. Drinnen: täglich frisch zubereiteter Fastertee, in der Fasterstube kredenzt. Trinken kann man ihn, wo es einem gefällt. Dazu ein Orangenviertel: kein Kauen, kein „Snack“ – einfach hineinbeißen und der Frische und dem Geschmack nachspüren.

Frau genießt Tee auf Balkon - Eine Frau in Bademantel steht auf einem rustikalen Balkon und genießt eine Tasse Tee, während sie den nebligen Ausblick auf ein malerisches Dorf und umgebende Berge betrachtet. Die Szene vermittelt eine ruhige Morgenstimmung in einer idyllischen Umgebung, passend zu einem Aufenthalt in der Mariandl Alm im Bilderarchiv.
Tee trinken mit Aussicht auf das vernebelte Tal
Gespräch vor Holzgebäude - Zwei Personen sitzen im Gespräch vor einem Gebäude mit Holzelementen. Eine Frau in buntem Kleid und großer Brille gestikuliert, während sie spricht, und eine andere Person sitzt ihr gegenüber, von hinten zu sehen.
Ärztliches Gespräch mit Burgi v. Mengershausen
9:00 Uhr – Ärztliches Gespräch

Es geht ins Badehaus. Oben die Praxis – und eine Sprechstunde, die wirklich eine ist. Die Ärztinnen und Ärzte hören zu. Eine Stunde, manchmal mehr.
Worum geht es gerade? Kraft? Müdigkeit? Stoffwechsel? Schlaf? Man redet, seufzt, lacht – wonach einem eben ist. Am Ende entsteht ein Plan: persönlich, realistisch, auf die Fastenwoche abgestimmt und auf das Leben danach.

Bewegung? Ja, aber entspannt.
Behandlungen? Anregend oder beruhigend?
Mentales? Coaching, Kunst oder Stille.

Alles kann, nichts muss.

11:00 Uhr – Bewegung

Fasten heißt nicht liegen. Der Körper ist ein Pragmatiker: Was er nicht braucht, baut er ab.
Deshalb Bewegung – aber ohne Rekorde. Gehört so. Tut gut. Und schützt die Muskeln.

Im Wochenprogramm: Aqua-Fitness, T’ai Chi, Atemtherapie, Yoga, Wanderungen. Vielleicht vorher ein Kneipp-Guss: kalt, warm, kalt – der Kreislauf freut sich.

Dann hinaus. Auf die Wiese. Den Pfad hinauf. Bis zur Linde. Oder weiter.

Umgebung_Sommer_Kneipp_hinter_Gras.JPG -
Kneipp-Becken am Tannerhof
tannerhof_ausdauer_fitnessraum_panorama_badeharpfe.jpg -
Ausdauer-Sport im Ausdauer-Fitnessraum in der Badeharpfe. Wer lieber Kraft-Sport mag, kann den vollausgestatteten Kraft-Fitnessraum mit Eleiko-Gewichten ausprobieren
12:30 Uhr – Brühe & Suppe

Fasten nach Buchinger heißt nicht nichts essen. Es heißt: flüssig, sinnvoll, wohltuend.

Erst die Brühe und man spürt, wie die Wärme der Speiseröhre folgt und sich dann im Magen ausbreitet. Danach die Fastersuppe: täglich neu, aus wechselnden Gemüsen. Im Lauf der Zeit entsteht ein beiläufiger Farbverlauf auf dem Teller – der Regenbogen des Fastens.

In der Fasterstube trifft man Menschen. Viele. Unterschiedliche. Erfahrene Faster, die über frühere Krisen lachen. Neulinge, die staunen, was der Körper eigentlich kann.

Man sitzt zusammen. Löffelt und löffelt und löffelt. Teilt Gedanken. Teilt Stille.
Und kaum ohne Ausnahme landet man immer wieder beim Thema des Essens. Man erzählt sich von den eigenen Gelüsten: worauf man sich nach dem Fasten so richtig freut, was man vermisst, was man neu entdecken möchte. Von außen betrachtet kann diese Essensfixation vermutlich leicht masochistisch wirken – drinnen aber ist es völlig normal, ja manchmal tröstlich: eine kleine Vorschau und Vorfreude auf danach.

Man erkennt sich in den Worten der anderen. Man entdeckt etwas völlig Neues. Und immer wieder wächst zwischen Mitfastenden eine Nähe, aus der sich schon die eine oder andere Freundschaft ergeben hat.

14:00 Uhr – Anwendungen

Der Nachmittag gehört den Händen: Fastenmassage, Heuwickel, Entschlackungsbad, Moor, Honigmassage. Alles duftet nach Kräutern, Holz, Alpenluft.

Der Leberwickel – das „Morphium der Naturheilkunde“ – wärmt durch.
Die Massage bringt die Lymphe in Bewegung.
Das Bad nimmt für einen Moment die Schwere ab.

Wenn die Gedanken zu laut sind: ein psychotherapeutisches Coaching. Ein leises Sortieren.

Suppenkelle in großer Edelstahlpfanne - Eine Suppenkelle schöpft Flüssigkeit aus einer großen, glitzernden Edelstahlpfanne. Der Fokus liegt auf der Bewegung der Flüssigkeit, die elegant von der Kelle zurück in den Topf fließt.
Faster-Suppe in der Vorbereitung
Entspannungsmassage im Wellnessbereich - Eine Person erhält eine entspannende Massage, während sie auf einer weichen Liege ruht. Die Szenerie vermittelt Ruhe und Wohlbefinden im Wellnessbereich des Tannerhofs.
Entspannende Fasten-Massage
15:30 Uhr – Zwischenzeiten

Fasten klärt. Ohne großes Drama.
Orangerie-Lichtbad. Ein Spaziergang. Ein paar Zeilen im Notizbuch.

Der äußere Reiz wird klein – die inneren Räume groß.
Gedanken werden ruhiger, übersichtlicher. Manches tritt wieder hervor. Manches fällt ab.

Wenn zwischendurch die Energie sinkt, bekommt man ein kleines Pick-me-up: ein Löffel Honig oder ein Espresso. Beides wirkt, hebt die Stimmung und verleiht neuen Schwung.

18:00 Uhr - Abend: Buttermilch & Saft

Als ersten Gang wieder etwas Gemüsebrühe und dann Saft (täglich anders, täglich frisch). Oder Buttermilch. Oder Beides. Und dann kann experimentiert werden, damit am Ende das ideale Verhältnis Saft:Buttermilch gefunden ist. Der Löffel bleibt dabei im Einsatz. Er gehört zum Fasten wie die Berge zum Tannerhof.

Und dann geht es ins Zimmer, den Abend mit Lektüre und Tee ausklingen lassen. Oder vors Feuer im Kaminzimmer mit Gesprächen. Oder noch die Hitze der Sauna genießen. Oder kurz in den Pool eintauchen. Wie es einem beliebt.

Und langsam kommt eine angenehm warme Müdigkeit.

Wasserspender im Sonnenlicht - Ein großer Glaswasserspender mit Zitronenscheiben steht auf einem hölzernen Sockel in einem Raum mit Lichteinfall. Im Hintergrund sind mehrere leere Gläser auf einem mit Papier bedeckten Tisch zu sehen, die eine einladende Atmosphäre schaffen.
Zitronenwasser in der Fasterstube
Entspannt im Kaminzimmer lesen - In einem gemütlichen Kaminzimmer sitzt eine Person auf einem bequemen Sessel und liest. Im Hintergrund brennt ein Feuer im Kamin, das eine warme und einladende Atmosphäre schafft, ideal für die herbstliche Jahreszeit im Lesezimmer.
Entspannen im Kaminzimmer
Der Fastentag endet

Fasten am Tannerhof ist kein Askese-Programm. Kein Wettkampf.
Es ist eine Einladung.
Zum Innehalten. Zum Neu-Sortieren. Zum Wiederfinden. Zum Vertrauen Gewinnen in unseren Körper.

Und am Ende?
Spürt man sich selbst wieder.
Klarer. Leichter. Vielleicht ein wenig freier.

a das das das dasda sda sd asd a

Auch Interessant