Wenn die eine Hand lernt, was die andere tut…

Ein Vormittag bei den Kollegen.

15. February 2018  |  Yvonne Aschoff  |  1

Hach, man macht sich ja keine Vorstellung! Wirklich – so nah und herzlich und vertraut einem die Kollegen auch sind, so fremd und unbekannt sind einem manchmal Arbeit und Abläufe im benachbarten Acker. So geht es auch den beiden Rezeptionen – Hotel und Therapie.

Da es aber vorkommt, dass die Hotelrezeption für die Therapie ab und an mal eine Anwendung buchen oder stornieren oder verschieben oder kürzen soll, muss man schon mal Bescheid wissen. Manchmal macht man’s richtig. Aber manchmal legt man den Kolleginnen auch ein richtiges Ei mit dem Eingriff… Was wiederum einen langen Rattenschwanz an Ausbesserungsarbeiten hinter sich herziehen kann.
Hilft nur: Praktikum machen! Um mal zu sehen, dass a) alles gar nicht so kompliziert ist und b) mit Tipps und Tricks auch die bockige Technik überwindbar ist.

Ich mache mich also an einem Morgen um 9.00 Uhr bereit für meinen Kurzlehrgang in der Therapierezeption. Vorweg genommen sei die fröhlich-geduldige Führung von Ute Ungar – in meinem Fall die perfekte Lehrerin: Angst vor Fehlern nehmen und einfach mal machen lassen.

Der erste Eindruck ist nicht unähnlich dem der Hotelrezeption: kaum der erste Tastendruck, schon die erste Unterbrechung. So auch am Front Desk der Therapie: Man hebt zum Handeln an (ich: volle Konzentration) und dann: „Guten Mooooorgen! Sagen Sie mal, können Sie mal eben für mich nachsehen, ob ich die Teilmassage heute gegen eine Ganzmassage übermorgen tauschen kann?“. Selbstverständlich, gern! Ute schiebt Tetris-mäßig in Windeseile auf wechselnden Kalenderblättern unterschiedlichen Therapeuten zugeordnete Anwendungen so hin und her, dass eine passende Lücke frei wird. Sooo, schon erledigt. – Hast du gesehen, Yvonne? Einfach, oder?
Hmhm, ja.
Ute lächelt milde und beginnt zu erklären…: „Hallo, guten Morgen, wo warte ich für die Bioimpedanzmessung?“…Also nochmal Yvonne, du schaust immer wo man… „Guten Morgen, das Wetter ist so schön, ich würde gerne meine Abhyanga verschieben, geht das?“.

Also, das ist schon mal nicht anders. Nur anders.

Meine Aha-Erlebnisse verbuche ich im Laufe des Vormittags aber trotzdem noch:

1) Man kann nicht dem falschen Therapeuten eine falsche Anwendung zuteilen (große Yvonne-Angst!). Die bockige Technik ist hier zu Recht bockig und lässt es einfach nicht zu. Passende Anwendung geht nur zu passendem Therapeuten. Yvonne freut sich, denn sie muss nicht tabellenweise auswendig lernen, wer eigentlich was macht – denken Sie jetzt nicht, das sei wenig, lieber Leser!

2) Der bockigen Technik lässt sich mit Tastenkombinationen bei einigen Dingen aber doch beikommen – muss man nur wissen. Ich darf Zeitfenster überbuchen? Echt? Ja, überall da, wo die 3 Engel fürs Wohlbefinden – Ute, Birgit & Ursula – nicht eine halbe Stunde lang beobachten müssen, ob ein Wickel richtig tut. Da kann in der Nachbarkabine ruhig schon eine Fango angefangen werden. Komm Yvonne, mach du mal. Überbuchen? Ja! Hah!

3) Die Freude über die erste gelungene, unobservierte (und trotzdem richtige) Leistungszuteilung während Ute behandelt. Ähnlich der ersten vollbrachten Zimmerbuchung!

4) Ute dann zufällig auch einen Handgriff aus „meinem“ Feld der Hotelrezeption erklären zu können und damit eine Hürde aus ihrem Weg räumen zu können.

5) Das Gefühl, wieder ein Stück mehr Tannerhofeinblick gewonnen zu haben. Kapieren schafft Verbindung!


„Da bin ich jetzt noch mal. Das Wetter trübt sich ein. Ich würde jetzt doch gerne heute die Abhyanga nehmen“.
Yvonne, machst du?
Selbstverständlich, gern!

Nun weiß die eine Hand ein bisschen besser, was die andere tut. Und Ute muss nur noch für 4 weitere „Hotelrezis“ Geduld haben…
 

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Comments

  • Angela

    12.03.2018

    Ach, herrlich, dieser Tannerhof-Blog, liebe Yvonne. Auch innerhalb eines Hauses kann man eben immer noch dazu lernen:-) Ich wünsche euch weiterhin alles nur erdenlich Gute.

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