Earth Overshoot Day - Food for thought

Der Tannerhof macht sich Gedanken

10. August 2016  |  Yvonne Aschoff  |  0

Am 8. August war der diesjährige Earth Overshoot Day - der Tag also, an dem wir bereits alle natürlichen Ressourcen der Erde verbraucht haben, die sie fähig ist, uns innerhalb eines Jahres bereitzustellen bzw. zu produzieren. Wir leben also wieder mal auf Pump?

Anlass genug, innezuhalten und uns - auch hier am Tannerhof - zu fragen, wie wir die Erde respektieren und die Umwelt schonen können. Was tun wir? Vielleicht möchten Sie ja einfach mal ein paar kleine Beispiele…

Natur-Hotel. Der Name ist seit vier Generationen Programm - und willkommene Pflicht. Wir leben hier inmitten einer der schönsten, beglückendsten und ergreifendsten Natur-Landschaften Bayerns. Das macht demütig und dankbar. Die Natur holen wir aber auch in unsere Hotelwände - unsere Gäste wissen, wie wohlig sich die Zimmer mit ihren natürlichen Materialien anfühlen, wie angenehm der Duft des Hauses ist. Atmen Sie mal tief im Lesezimmer ein! Und im Almzimmer. Im Kammerl. Im Baumalleezimmer - wo immer, Sie werden merken, wie Sie aufatmen können. Weil das Haus selbst atmen kann - es wurde Ressourcen schonend gebaut, umgebaut, erweitert, eingerichtet.

Natürlich gesund wird auch gekocht, als Mitglied der Slow Food Bewegung selbstverständlich Bio und wo immer möglich mit regionalen Produkten - das vermeidet Tierleid und lange Lieferwege-Luftverschmutzung.
Aber!: wir kochen überzeugt-stur nur ein Gericht am Abend! Das muss man sich trauen in Zeiten des gewohnten (Über?-)Angebots - und das ist für manchen auch erstmal befremdlich. Keine große Menü-Karte zu haben, bedeutet jedoch keine großen Vorräte bunkern zu müssen. Keine großen Vorräte zu haben, bedeutet: für Hotelverhältnisse wirklich wenige Lebensmittel, die am Ende weggeschmissen werden müssen, nur um dann neu eingekauft zu werden… Denn die Nahrungsmittelproduktion im großen Stil ist eine der größten Bedrohungen für die Erde. Weniger ist also auch hier letztendlich mehr! Der Genuss unserer feinen Küche schmeckt doppelt.
Dazu passen auch zwei festgelegte vegetarische Abende! - was erzieherisch wirken mag, ist Herzenssache - spätestens, wenn unsere Rinder Ihnen im Tannerhofgelände freundlich entgegen schauen.

Übrigens bestücken wir in den blühenden Monaten unsere Vasen weitestgehend mit den ungespritzten Blumen vom Tannerhof-Gelände und Gewächshaus - als Vermeidung der Importware und deren Haltbarmachung.

Ein Hotelbetrieb muss funktionieren, da gehört einfach auch viel Wäsche dazu. Wir versuchen das im üblichen Maße zu reduzieren - da ist wie überall die Mithilfe der Gäste gefragt. Aber!: ein wenig unkonventionell und mit dem Ziel, wenigstens ein ganz klein wenig Wäsche zu vermeiden, erhalten unsere Gäste im Fasten- und Schlanke Tanne Diät-Programm ihre Servietten im Serviettenring - zur Wiederbenutzung, weil sie in der Regel länger bleiben. Das kommt gut an, ist bunt und fröhlich und verleitet auch mal zu “haaalt, du hast meine Serviette, ich hab doch blau!” - ist das nicht auch schön und persönlich? - ja klar, auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ein Ansatz im Rahmen der Möglichkeiten.

Thema Verkehr: wir sind ganz angetan davon, dass so viele unserer Gäste mit der Bahn anreisen (das ist schon ihr erster Urlaubstag: Landschaftsgenuss ohne Ampeln und Navigequassel). Unsere hochgeschätzten Hausmeister machen den Shuttledienst vom Bahn- zum Tannerhof - und überhaupt mit Gepäck auch zu Hütten und Türmen im weitläufigen Tannerhof-Gelände. 
Oft stehen aber auch die mit unseren Gästen angereisten Autos während des gesamten Aufenthalts tatenlos auf dem Parkplatz - scheinbar lockt das Blech nicht wirklich… Die Natur lockt! Fortan wird marschiert, geradelt, geschwommen, skigefahren, langgelaufen, aus dem Fenster geschaut… da gibt man der herrlichen Landschaft die beste Chance, sich pflegend in die Seele zu bewegen. Kann auch Bewusstsein-erweiternd wirken.

Food for Thought: Wie kann man am Ball bleiben, um künftige Earth Overshoot Days vielleicht schrittchenweise nach hinten zu schieben? Der Tannerhof ist sich bewusst, dass das sein muss. Viele seiner Gäste sind sich bewusst - da findet sich dann was, ergänzt sich, passt, multipliziert sich in guten Energien und weiteren guten Ansätzen. Vielleicht ist das wenig, vielleicht ist es viel. Wichtig ist, sich nicht auszuruhen, sondern sich immer wieder zu fragen: wie können wir unserem Namen gerecht werden und Verantwortung übernehmen? Heute können wir nur versprechen: wir bleiben dran!

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