Dauerhafter Hinflug

Was machen Sie eigentlich mit Ihrem Resturlaub?

25. October 2016  |  Yvonne Aschoff  |  0

Ja, wir verstehen das. Jetzt kommt die trübe Zeit, es wird grau und triste. Kalt auch. Obwohl es die herrlichsten Sonnentage im Herbst gibt - mit buntem Laub-Farbrausch dazu - man will es nicht und auch nicht diese Sonne, sondern die andere. Die im Süden. Mit Blick auf Meer oder Pool. Die Sonne, für die ein T-Shirt reicht. Thailand oder Tobago. Afrika oder Andalusien. Schön ist das schon. Beim Hinfliegen ist ja auch alles super – Reisefieber, weg aus dem Nebel, Tapetenwechsel-Gefühl, endlich mal wieder raus aus allem. Das Fernreisen als Anti-Winter-Blues-Wundermittel.

Wie gesagt, wir verstehen das. Ist toll. Bis zum Tag vorm Rückflug. Da reicht der daheim gebliebene Nebel nämlich bis nach Phuket ins Sonne-beschienene Hirn. Plötzlich ist die bevorstehende Rückreise nicht mehr Verheißung sondern Mühsal. Flughafen-Gedränge und -Kontrollen, Durchsagengeschrei und mehrstündiges Sardinenbüchsen-Dasein mit Kunstluft und Virenquirl. Hatte man beim Hinflug auch, hat man nur nicht so empfunden. Zuhause Wäschewaschen - der Blick auf die sich drehende Trommel spannender als hinaus ins Herbstgrau. Hier nervt der Sand, der überall aus den Klamotten rieselt und doch 'so schön geklebt hat in mein Bauchnabel'. Die getankte Sonne? Als Energie auf der Rückreise verbraucht. Was bleibt? 367 Fotos auf dem iPad. Kaum den Freunden und Nachbarn gezeigt, verlieren sie auch schon die Wirkung – als würde man beim Bildschirm-wischen auch noch das letzte Urlaubsgefühl wegwischen. Und übermorgen geht’s schon wieder ins Büro. Kann man den Kollegen aber noch sagen, es war toooolll. Dann ist der Urlaub endgültig vorbei. Erholungs-Halbwertszeit?: noch deprimierender als das Wetter.

Ich geb’s zu: düsteres Bild. So düster wie die persönliche CO2-Bilanz der Reise.

Aber jetzt nicht weinen. Wir haben den Gegenvorschlag:

Sie buchen am Tannerhof einen Fastenurlaub. Was Sie dafür bekommen ist – und jetzt stehle ich bei der so sympathischen Journalistin & Bloggerin Joana Schmidtjansen ihre Worte – „eine Reise zu sich selbst“. Hier ist es umgekehrt – sozusagen Rückflug vorm Hinflug:

Erst ist es schwer, dann wird man leicht. Und klar. Der Körper dankt, der Kopf denkt nicht mehr (so viel Mist). Das Herz denkt jetzt. Der Blick nach innen auch ein Meer, das mit leisen Wellen Einsichten und Erkenntnisse ans Seelenufer schwappt. Die bringen mehr als jedes gezählte Sandkorn im Bauchnabel.

Und wissen Sie was das Beste ist? Sie sehen im dicksten, dunkelgrauesten Novembernebel dauerhaft die Sonne. Sie scheint nämlich jetzt in Ihnen. Dauerhafter Hinflug halt!

Thailand ist billiger.

So what.

 

Bis bald!

Eure Yvonne

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