Die Essenz des Wesentlichen
Wer aus der Ferne auf den Tannerhof zukommt und weiß, wohin man schauen muss, sieht sie schon von Weitem. Ein schlichter Bau, im ersten Moment landwirtschaftlich anmutend, schmiegt sich an den Wiesenhang. Synchron zu den Höhenlinien fügt er sich ein, ohne zu durchbrechen oder dominieren.
Im Näherkommen eröffnet sich ein licht- und luftdurchflutetes Gebäude, elementar und anmutig gehalten aus Holz und Glas im Spiel. Davor funkelt das Wasser im langgezogenen Schwimmbecken und Sonnenschirmen setzen bunte Farbkleckse.
Harpfe, Hang, Einklang
Monatelang hinter dem schönsten Bauzaun der Welt ist sie gewachsen: unsere Badeharpfe. Auch wenn wir es damals noch nicht erahnten, ihren Ursprung fand sie 2018, als Burgi und Roger die Planung für einen Tannerhof 2.0 ins Leben riefen. Gemeinsam mit dem Architekten Florian Nagler und seinem Team wurde Großes geplant: Renovierung und Erweiterung des Badehauses und der Kammerl, der Bau eines ganzjährig beheizten Outdoorpools mit Wellnesshaus samt Anpassung und Ausbau eines Energiekonzeptes mit dem Ziel den Outdoorpool autark und nachhaltig betreiben zu können.
Architektur, die das Naturerleben intensiviert und neue Bilder schafft
Doch das Weltgeschehen hatte anderes vor. Es kamen Pandemie, Lockdowns, existentielle Fragen, Inflation, Lieferengpässe, Kostenexplosionen, politische Krisen, Rezession und auch die Erkenntnis, dass die umgebenden Berge eine Autarkie basierend auf PV im Winter unmöglich machen.
Man könnte sagen, die Badeharpfe sei der Kompromiss im Angesicht der Schwierigkeiten unserer Gegenwart. Wir finden aber, sie ist die Essenz. Und entspricht somit dem Gedanken, der den Tannerhof ausmacht: Mensch, werde wesentlich. Oder besser in diesem Fall: Mensch, baue wesentlich.


Diese Wesentlichkeit spiegelt sich wider in dem Grunddesign der Badeharpfe. Eine Idee, die durch Roger entstand, und von dem Büro Nagler im wahrhaftigsten Sinne umgesetzt wurde. Harpfen sind im alpenländischen Raum zu finden, in Kärnten, Tirol, Südtirol und Slowenien. In der Urform bestehen sie aus überdachten senkrechten Balken und waagrechten Streben, und dienen zum Trocknen von Heu und Getreide. Ein wunderbar simples Konstrukt, darauf ausgelegt die natürlichen Ressourcen Licht und Luft ohne viel Aufwand zu nutzen.
Der Verzicht auf das Überflüssige schafft die Möglichkeit, das Wesentliche zu spüren
Mit diesem Grundgedanken, möglichst unverfälscht den Elementen Licht, Luft, Holz und Wasser ihr Wirken zu lassen, nur im Wandel von Situation und Räumlichkeit, ist etwas wahrlich Besonderes entstanden:
- Das Gebäude der Badeharpfe: ein zweistöckiger Holz-Langbau mit blickfangendem und -leitendem Gebälk. Ebenerdig befindet sich ein überdachter Freibereich zum Liegen im Schatten, für Yoga oder einfach nur geschützt Sitzen und Sinnieren.
- Parallel dazu ein 25x5 m großer Edelstahl Outdoorpool, naturgereinigt, an einem der schönsten berührendsten Orte im Bayrischzeller Tal mit sensationellem Ausblick. Zubeheizt von April bis Oktober. Im Winter zum „Eisbaden" und Abkühlen nach der Sauna – wer will.
- Steigt man die eine Treppe hinauf, ist dort eine (!) finnische Sauna (ca. 85 Grad) mit großen Panoramafenstern Richtung Tal, Blick auf den Wendelstein und die Wiesen.
- Erklimmt man die andere Treppe, empfängt ein gemütlich holzduftiger Ruheraum mit Weißhäupl Maliha Loungern, rundum Glas für's einfach nur Schauen und Träumen.
- Zwei in den Berghang gebaute Fitnessräume. Einer für Krafttraining, ausgestattet von der Firma Eleiko, der andere für Ausdauertraining mit Tecnogym Geräten.
- Zwei Duschen und zwei WCs.
- Zum Beheizen finden sich auf dem Dach ca. 130 Photovoltaik Module und im umgesetzten Stadl 4 Wärmepumpen.
Diese Auflistung kommt der Wirklichkeit nur angehend nahe. In den Worten von Florian Nagler: „Im Grunde ist es ja etwas Kleines: eine Wand, ein paar Räume dahinter, davor ein Holzgerüst und ein Schwimmbad. Nichts Riesiges oder Spektakuläres. Aber es schafft und gibt unglaubliche viele verschiedene Situationen."
Von außen betrachtet, fügt sich die Badeharpfe komplementär in das Tannerhofdorf ein, als wäre sie schon immer ein Teil dessen gewesen. Die symmetrischen Linien des Holzes beruhigen, im Wasser tanzt das Spiegelbild des Wendelsteins, die Schirme leuchten, wie Sommereis schmeckt. Ein Anblick wie ein tiefes Durchatmen.

Blickt man von Innen nach Außen, umrahmt das Holz der Harpfe die Umgebung und schärft die Wahrnehmung derselben. Burgi beschreibt es schön und klar: „Architektur, die das Naturerleben intensiviert und neue Bilder schafft". Und das ist wohl die wahre Kunst.
Wir freuen uns wahnsinnig und sind gespannt, unsere Badeharpfe im Laufe der kommenden Jahreszeiten gemeinsam mit unseren Gästen näher kennen zu lernen.
Lieben tun wir sie jetzt schon.







