Fasten und Gesundheit: Bluthochdruck, Stoffwechsel und Co.
Bei welchen chronischen und Stoffwechsel-Themen Heilfasten unter ärztlicher Begleitung hilfreich sein kann — belegt, eingeordnet und in Ruhe erklärt aus dem Naturhotel Tannerhof.

Heilfasten nach Buchinger kann unter ärztlicher Begleitung bei bestimmten chronischen und Stoffwechsel-Themen hilfreich sein — etwa bei Bluthochdruck, dem metabolischen Syndrom, Rheuma, Migräne und Diabetes mellitus Typ II. Die Leitlinien der Fastentherapie ordnen diesen Einsatz fachlich ein. Am Naturhotel Tannerhof gehört die individuelle ärztliche Klärung immer dazu.
Das Wichtigste in Kürze
- Heilfasten nach Buchinger ist eine Therapiemethode, kein Heilmittel; ob es im Einzelfall passt, klärt am Tannerhof immer das ärztliche Team.
- Die Leitlinien der Fastentherapie (ÄGHE) ordnen den Einsatz unter anderem bei Bluthochdruck, metabolischem Syndrom, Rheuma, Migräne und Diabetes mellitus Typ II ein.
- In einer großen Beobachtungsstudie an 1.422 Fastenden sank der Blutdruck im Mittel deutlich, und 84,4 Prozent der Teilnehmenden mit Vorbeschwerden berichteten von einer Besserung.
- Bei Krebserkrankungen kommt Fasten allenfalls begleitend (adjuvant) in bestimmten Stadien infrage, nie als alleinige Behandlung.
- Bei laufender Medikation und chronischen Erkrankungen ist die ärztliche Begleitung kein Beiwerk, sondern die Voraussetzung — genau dafür ist die Fastenwoche am Tannerhof gemacht.
Worum es bei Fasten und Gesundheit geht
Viele Menschen kommen nicht allein wegen einer Zäsur zum Fasten, sondern mit einem konkreten gesundheitlichen Anliegen: ein Blutdruck, der seit Jahren zu hoch ist, ein Stoffwechsel, der aus dem Takt geraten ist, wiederkehrende Migräne, ein rheumatisches Leiden. Die Frage dahinter ist immer dieselbe: Kann Fasten hier etwas bewegen?
Die ehrliche, fachlich tragfähige Antwort lautet: Bei einer Reihe chronischer und Stoffwechsel-Themen kann Heilfasten nach Buchinger unter ärztlicher Begleitung positiv wirken. Das ist kein Versprechen auf Heilung und keine Garantie für den Einzelfall, sondern eine in den Leitlinien der Fastentherapie beschriebene Einordnung. Am Naturhotel Tannerhof wird Heilfasten genau in diesem Rahmen angeboten: ärztlich begleitet, immer individuell, eingebettet in das Programm Body Detox. Wer gesundheitliche Hintergründe vertiefen möchte, findet sie auch im Programm Longevity am Tannerhof und im Hub Heilfasten und Schlanke Tanne.
Vorab die Definition, die alles trägt: Heilfasten nach Buchinger ist der bewusste, zeitlich begrenzte Verzicht auf feste Nahrungs- und Genussmittel. Statt fester Kost tragen Kräutertee, milde Gemüsesuppe, frisch gepresste Säfte und reichlich Flüssigkeit durch den Tag. Es ist keine Nulldiät und keine primäre Abnehmmethode, sondern eine Therapiemethode, eine Reinigung auf vielen Ebenen und eine Begegnung mit sich selbst.
Warum Fasten den Stoffwechsel berührt
Um zu verstehen, warum gerade Stoffwechsel-Themen vom Fasten berührt werden, hilft ein Blick auf das, was im Körper geschieht. Im Fasten arbeitet er auf zwei Ebenen gleichzeitig, die oft vermischt werden und doch zu unterscheiden sind.
Die erste Ebene ist die Fettverbrennung. Wenn die schnell verfügbaren Kohlenhydratspeicher zurückgehen, stellt der Stoffwechsel innerhalb der ersten Tage von Glucose auf Fettsäuren und Ketonkörper um. Der Körper gewinnt seine Energie zunehmend aus eigenen Reserven. Die zweite Ebene ist die Autophagie — körpereigene Recycling- und Reinigungsprozesse auf Zellebene, bei denen Zellbestandteile abgebaut, verwertet und neu geordnet werden. Schöner umschrieben: Alle Recycling-Prozesse werden angetrieben, überall wird geputzt, zellulär, vaskulär, im Bindegewebe, im Darm, im Gehirn, in Leber und Nieren. Beide Vorgänge treten zusammen auf, beschreiben aber unterschiedliche Mechanismen.
Diese Umstellung erklärt, warum sich im Fasten Werte verschieben, die mit dem Stoffwechsel zusammenhängen. In der großen Beobachtungsstudie von Wilhelmi de Toledo und Kolleginnen, 2019 in PLOS One veröffentlicht und mit 1.422 Fastenden über vier bis einundzwanzig Tage durchgeführt, sank der Nüchternblutzucker signifikant und pendelte sich im Mittel bei rund 4,7 mmol/l ein, während die Ketonkörper als Zeichen der Fettverbrennung deutlich anstiegen. Solche Verschiebungen sind der Grund, warum Fasten bei Stoffwechsel-Themen medizinisch interessant ist — ob es im Einzelfall passt, gehört allerdings immer ins Gespräch mit dem ärztlichen Team am Tannerhof.
Mögliche Indikationen nach den Leitlinien der Fastentherapie
Die Leitlinien zur Fastentherapie stammen von der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung (ÄGHE), einem Zusammenschluss von Ärztinnen und Ärzten, der das therapeutische Fasten fachlich fundiert. Sie wurden 2002 erstmals publiziert und 2013 aktualisiert und beschreiben Methodik, Patientenauswahl, Kontraindikationen und ärztliche Begleitung. Auf dieser Grundlage — und ergänzt um die Erfahrung des Ärzteteams am Tannerhof — lässt sich der mögliche Einsatz von Heilfasten bei den folgenden Themen einordnen. Jede dieser Aussagen ist eine fachliche Einordnung unter ärztlicher Begleitung, kein Heilversprechen:
- Bluthochdruck (Hypertonie). Die Leitlinien führen die Blutdrucksenkung durch Fasten bei übergewichtigen und nicht-übergewichtigen Menschen mit Bluthochdruck auf. In der PLOS-One-Studie sank der systolische Blutdruck im Mittel von 131,6 auf 120,7 mmHg, der diastolische von 83,7 auf 77,9 mmHg.
- Metabolisches Syndrom und Stoffwechselstörungen. Adipositas, Bluthochdruck sowie Fett- und Zuckerstoffwechselstörungen werden als typische Einsatzfelder der Fastentherapie beschrieben.
- Diabetes mellitus Typ II. Fasten kann den Zuckerstoffwechsel günstig beeinflussen; während des Fastens benötigen Betroffene laut ÄGHE in der Regel keine zuckersenkende Medikation — was die ärztliche Anpassung der Medikamente umso wichtiger macht.
- Rheumatische Erkrankungen. Mehrere kontrollierte Studien zeigten bei rheumatoider Arthritis eine ausgeprägte Beschwerdebesserung und einen Rückgang von Entzündungsparametern.
- Migräne. Die ÄGHE verweist auf Untersuchungen, nach denen über 90 Prozent der Patientinnen und Patienten im Anschluss an eine Fastentherapie mindestens ein halbes Jahr lang deutlich weniger oder gar keine Migräneanfälle mehr hatten.
- Allergien, Autoimmunerkrankungen, Asthma und Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Auch hier ordnen die Studien zur Fastentherapie, einsehbar bei der ÄGHE, einen möglichen Nutzen ein.
- Depressionen und die Stimmung. Eine Stimmungsaufhellung nach dem Fasten ist beschrieben, neurochemisch erklärbar über den veränderten Serotonin-Stoffwechsel.
- Krebserkrankungen in bestimmten Stadien. Hier kommt Fasten allenfalls begleitend (adjuvant) infrage — nie als alleinige oder ersetzende Behandlung.
Gewichtsreduktion gehört nicht in diese Reihe als eigenes Behandlungsziel: Sie ist beim Heilfasten ein Nebeneffekt, der dauerhaft nur mit einer Anschluss-Strategie wie Intervallfasten oder Low Carb trägt.
Was die Studienlage konkret zeigt
Eine Indikationsliste bleibt abstrakt, solange man nicht weiß, wie belastbar sie ist. Deshalb lohnt der genauere Blick auf die bereits genannte Beobachtungsstudie, die das Sicherheits- und Wirkprofil des Buchinger-Fastens umfassend dokumentiert hat.
Begleitet wurden 1.422 Menschen über Fastenperioden von vier bis einundzwanzig Tagen nach der Buchinger-Methode. Von den Teilnehmenden, die einen Selbstbericht zurückgaben, nannten 404 eine bestehende gesundheitliche Vorbeschwerde — und von diesen 404 berichteten 84,4 Prozent, ihr Zustand habe sich deutlich gebessert. Schwere oder dauerhafte unerwünschte Wirkungen traten nicht auf; körperliches und emotionales Wohlbefinden stiegen in allen Gruppen signifikant. Ein Hungergefühl blieb bei 93,2 Prozent der Teilnehmenden aus.
Auch die körperlichen Messwerte lassen sich in Zahlen fassen. Das Gewicht ging je nach Fastendauer um 3,2 Kilogramm (bei fünf Tagen) bis 8,6 Kilogramm (bei zwanzig Tagen) zurück, der Bauchumfang um 4,6 bis 8,8 Zentimeter. Die folgende Übersicht fasst die zentralen Mittelwerte der Studie zusammen:
| Messwert | Veränderung im Studienmittel |
|---|---|
| Systolischer Blutdruck | von 131,6 auf 120,7 mmHg |
| Diastolischer Blutdruck | von 83,7 auf 77,9 mmHg |
| Nüchternblutzucker | stabilisiert bei rund 4,7 mmol/l |
| Gewicht | −3,2 kg (5 Tage) bis −8,6 kg (20 Tage) |
| Bauchumfang | −4,6 bis −8,8 cm |
| Besserung bei Vorbeschwerden | 84,4 % von 404 Betroffenen |
Wichtig bleibt die Einordnung: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie unter fachlicher Begleitung, deren Teilnehmende vorab auf Gegenanzeigen geprüft waren. Die Zahlen beschreiben, was unter guten Bedingungen möglich ist — sie sind keine Zusage für den einzelnen Menschen. Genau diese Übersetzung von der Studie auf den Einzelfall leistet das ärztliche Gespräch.

Warum die ärztliche Begleitung hier entscheidend ist
Gerade bei chronischen und Stoffwechsel-Themen ist die ärztliche Begleitung nicht zusätzliche Sicherheit, sondern der Kern. Im Fasten verändert sich der Stoffwechsel, und viele Medikamente — etwa zur Blutdruck-, Blutzucker- oder Gerinnungseinstellung — müssen dann neu eingestellt werden. Ein Blutdruck, der durch das Fasten sinkt, kann bedeuten, dass eine bisher passende Dosis plötzlich zu hoch ist. Wer Medikamente einnimmt, sollte deshalb nicht ohne ärztliche Begleitung fasten. Das ist kein Ausschluss, sondern der Grund, das Fasten in fachkundige Hände zu legen.
Im Naturhotel Tannerhof wird Heilfasten immer ärztlich begleitet — eine Haltung, gewachsen über drei Ärztegenerationen. Die Ärzte am Tannerhof sind Experten im Fasten; sie begleiten Werte und Kreislauf ebenso wie den individuellen Verlauf. Den Anfang macht das ärztliche Aufnahmegespräch am ersten Fastentag, holistisch angelegt: Es umfasst die Anamnese, die körperliche Untersuchung inklusive Bioimpedanzanalyse zur Messung der Körperzusammensetzung und den Abgleich der Medikamente, dazu die Fragen, warum jemand fastet, welche Ziele neben dem Fasten bestehen und welche Fastenerfahrung bereits vorliegt. Jeder Mensch ist anders, das Individuum steht im Zentrum. Bei Bedarf folgt eine ärztliche Folgeberatung, und am Ende steht ein Abschlussgespräch, in dem ausgewertet wird, was sich verändert hat, und besprochen wird, wie der Übergang in den Alltag aussehen kann.
Die Aufenthaltsdauer wird vor der Anreise gebucht; im Aufnahmegespräch lässt sich der Ablauf innerhalb dieses Rahmens gemeinsam abstimmen und bei gesundheitlichen Anliegen verlängern. Für solche Anliegen ist gern länger Zeit — idealerweise zehn Tage reines Fasten oder mehr, mit engmaschiger ärztlicher Begleitung.
Mehr als Werte: das begleitende Programm
Fasten bei einem gesundheitlichen Thema ist mehr als das Beobachten von Werten. Das begleitende Therapieangebot am Tannerhof ist bewusst breit, weil eine Fastenwoche auf vielen Ebenen wirkt. Zu den medizinischen Anwendungen zählen die Bioimpedanzanalyse, das IHHT-Höhentraining je nach Programm und, wo ärztlich passend, die Ozon-Eigenbluttherapie. Dazu kommen Wickel und Auflagen wie der leberunterstützende Heublumenwickel, Aromawickel sowie Moor- und Warmpackungen, Bäder und Güsse wie der Kneipp'sche Wechselguss und magnesiumreiche Entschlackungsbäder, dazu Massagen wie die Fastenmassage, die Entschlackungsmassage mit Königsöl oder die Azidosemassage, Lymphdrainage und Fußreflexzonenmassage, ergänzt um Atemtherapie und Saunagänge. Für die mentale Seite begleiten psychotherapeutisches Coaching, Naturcoaching, Business- und Kommunikationscoaching sowie Kunsttherapie.
Bewegung bleibt Teil des Fastens, maßvoll dosiert: moderates Grundlagenausdauertraining und moderates Krafttraining stehen ebenso zur Verfügung wie Yoga, Feldenkrais, Tai Chi und Theraband-Training. Gipfeltouren und Laufen sind möglich, nur in einem Tempo, das zum Fasten passt — der Körper nährt sich von innen. Das Tannerhof Spa mit Indoor-Pool, historischem Saunahäuschen und der BadeHarpfe mit ihrem 25-Meter-Outdoor-Naturpool, der den Blick zwischen Wendelstein und Sonnwendjoch öffnet, steht für die ruhigen Stunden dazwischen. Über allem liegt der Ort: Bayrischzell, die Almwiese, der Bergbach, klare und reine Bergluft. Mein Versteck in den Bergen ist der Rahmen, in dem Fasten und ärztliche Begleitung einander potenzieren.

Den Effekt in den Alltag tragen
Eine Fastenwoche kann viel anstoßen — dauerhaft trägt sie nur, wenn der Alltag danach mitgeht. Das gilt besonders bei Stoffwechsel-Themen, bei denen die Ernährung im Alltag den größten Hebel hat. Welche Anschluss-Ernährung passt, wird im Abschlussgespräch mit den begleitenden Ärztinnen besprochen.
Ein Weg ist die Schlanke Tanne Low Carb, die hauseigene Low-Carb-Kostform. Sie ist kein Buchinger-Ersatz, sondern eine Möglichkeit, die Fastenerfahrung in den Alltag zu tragen — mit Eiweiß, Gemüse, guten Fetten und dem Ziel, wieder anders zu essen, ohne die Freude am Essen kleinzumachen. Wenn statt Verzicht der Gewinn an Genuss und Lebensfreude im Vordergrund steht. Ein anderer Weg ist das Intervallfasten, etwa in einem 16/8-Rhythmus: ebenfalls kein Buchinger-Ersatz, sondern die empfohlene Form, die Benefits des Kompaktfastens dauerhaft in den Alltag zu tragen. So bleibt vieles von dem, was die Fastenwoche angestoßen hat, über die Tage am Tannerhof hinaus erhalten. Einen Überblick gibt der Hub Heilfasten und Schlanke Tanne.
FAQs
Quellen
- Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e. V. (ÄGHE): Leitlinien zur Fastentherapie (veröffentlicht in Forschende Komplementärmedizin und Klassische Naturheilkunde, Karger, 2002; Update 2013, Forsch Komplementmed 20(6):434–443).
- Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e. V.: Häufige Fragen zum Heilfasten (Indikationen Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen, Rheuma, Migräne).
- Wilhelmi de Toledo F., Grundler F., Bergouignan A., Drinda S., Michalsen A.: Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects, PLOS One, 2019.
- Hauseigene Quellen: Naturhotel Tannerhof, Body Detox und Heilfasten und Schlanke Tanne.
Hinweis
Dieser Artikel ordnet allgemein ein, bei welchen chronischen und Stoffwechsel-Themen Heilfasten nach Buchinger unter ärztlicher Begleitung hilfreich sein kann, und gibt die in den Leitlinien der Fastentherapie sowie in der zitierten Studie beschriebenen Befunde wieder. Er beschreibt zudem die Haltung und Praxis des Naturhotels Tannerhof. Er stellt kein Heilversprechen dar, ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung und ist keine Diagnose. Fasten ersetzt keine notwendige medizinische Behandlung und keine verordneten Medikamente; Änderungen an einer Medikation gehören ausschließlich in ärztliche Hände. Ob Heilfasten im Einzelfall geeignet ist, klärt das ärztliche Gespräch; bei chronischen Erkrankungen, laufender Medikation oder Unsicherheit ist eine telefonische ärztliche Vorberatung auf Anfrage möglich.









