Fastenbrechen und Aufbautage richtig machen
Wie das Fastenbrechen mit dem heiligen Apfel beginnt, warum der Aufbau über rund ein Drittel der Fastenzeit läuft und wie der Übergang in den Alltag gelingt – ein ruhiger Leitfaden aus dem Naturhotel Tannerhof.

Das Fastenbrechen beginnt mit einem Apfel, roh oder gedünstet, jeden Bissen dreißig- bis vierzigmal gekaut. Es zählt noch zur Fastenzeit. Danach folgen die Aufbautage über rund ein Drittel der Fastenzeit, in denen der Körper schrittweise an feste Nahrungs- und Genussmittel zurückgeführt wird. Am Naturhotel Tannerhof wird dieser Übergang ärztlich begleitet.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Fastenbrechen ist kein Schlusspunkt, sondern ein eigener, bewusster Schritt: mittags ein kleines Tässchen Fastersuppe, dann der Apfel, roh oder gedünstet.
- Bewusstes Kauen trägt diesen Übergang – jeder Bissen dreißig- bis vierzigmal, bei Respekt vor dem Sättigungsgefühl.
- Der Aufbau läuft über rund ein Drittel der Fastenzeit: bei fünf Fastentagen zwei Aufbautage, bei sieben zwei bis drei.
- Die Leitfrage des Aufbaus lautet: Was tut dem Mikrobiom gut? Leicht verdauliches Gemüse, Fermentiertes und viele Ballaststoffe.
- Nach dem Aufbau führt der Weg in den Alltag, etwa über die Schlanke Tanne Low Carb, die hauseigene Low-Carb-Kostform.
Warum das Fastenbrechen so wichtig ist
Wer eine Fastenwoche durchlebt hat, denkt beim Stichwort Fasten meist an die Tage des Verzichts. Doch der vielleicht entscheidende Teil kommt danach. Das Fastenbrechen und die Aufbautage sind der Moment, in dem sich der Wert einer Fastenwoche festigt – oder verspielt. In der Fastenmedizin gilt diese Phase als anspruchsvoller als das eigentliche Fasten, weil der Körper aus dem Fastenstoffwechsel langsam und behutsam zurückgeführt werden muss.
Am Naturhotel Tannerhof gehört der Aufbau deshalb von Anfang an zum Fasten dazu, nicht als Nachsatz, sondern als Fortsetzung mit anderen Mitteln. Heilfasten nach Buchinger ist der bewusste, zeitlich begrenzte Verzicht auf feste Nahrungs- und Genussmittel – und genauso bewusst ist die Rückkehr zu ihnen. Wer den ärztlich begleiteten Rahmen am Haus ansehen oder online buchen möchte, findet ihn im Programm Body Detox; die Methodik selbst beschreibt die Seite zum Heilfasten nach Buchinger.
Dass dieser Übergang so viel Gewicht hat, ist gut dokumentiert. In der großen Beobachtungsstudie von Wilhelmi de Toledo und Kolleginnen, 2019 in PLOS One veröffentlicht, wurde nach der Buchinger-Methode bei mehr als 1.400 Fastenden die Nahrung am letzten Fastentag schrittweise wieder eingeführt, im Mittel über rund vier Tage, mit einer ovo-lakto-vegetarischen Kost, die von 800 auf 1.600 Kilokalorien pro Tag anstieg. Der Aufbau ist also kein loses Anhängsel, sondern fester Bestandteil der Methode.
Das Fastenbrechen mit dem heiligen Apfel
Das Fastenbrechen zählt am Tannerhof noch als Fastentag. Mittags steht ein kleines Tässchen Fastersuppe auf dem Tisch, jene milde Gemüsesuppe, die schon durch die Fastentage getragen hat. Und dann kommt der Apfel – im Haus liebevoll der heilige Apfel genannt, weil er den Übergang einläutet. Er kommt roh oder gedünstet auf den Teller, je nachdem, was im Moment besser bekommt.
Der Apfel ist eine kluge erste feste Speise. Er bringt etwas Süße, viel Wasser und mit dem Pektin einen sanften Ballaststoff, der den Darm langsam wieder weckt. Entscheidend ist dabei nicht nur, was gegessen wird, sondern wie. Jeder Bissen wird dreißig- bis vierzigmal gekaut, langsam, bewusst und ohne Eile. So beginnt die Verdauung schon im Mund, der Speichel bereitet die Nahrung vor, und der Körper bekommt Zeit, sich an die Arbeit zu erinnern, die er tagelang pausiert hat.
Abends folgt eine Gemüsesuppe, diesmal mit nicht pürierten Gemüsestückchen. Das ist ein bewusster Schritt: Wo am Mittag noch alles weich und flüssig war, kommt nun erstmals etwas zum Beißen auf den Teller. Der Tag des Fastenbrechens ist damit eine eigene kleine Choreografie – Suppe, Apfel, Suppe mit Stückchen –, die den Körper Schritt für Schritt zurückholt.

Bewusstes Kauen: dreißig- bis vierzigmal
Das gründliche Kauen ist kein Beiwerk, sondern das Prinzip, das den ganzen Aufbau trägt. Nach Tagen, in denen der Verdauungsapparat zur Ruhe gekommen ist, würde hastiges Essen ihn überfordern. Wer langsam und gründlich kaut, gibt dem Körper die Führung zurück.
Drei Dinge geschehen dabei zugleich:
- Die Nahrung wird fein zerkleinert, sodass Magen und Darm weniger Arbeit haben.
- Der Speichel mischt sich ein und beginnt die Verdauung bereits im Mund.
- Das Sättigungsgefühl bekommt Zeit, sich zu melden – nach dem Fasten ist es oft feiner und früher spürbar als zuvor.
Diese letzte Beobachtung ist eine der schönsten Erfahrungen des Aufbaus: Viele Gäste spüren, wie wenig genügt und wie intensiv das Wenige schmeckt. Deshalb gilt für die Aufbautage die einfache Regel, das Sättigungsgefühl zu respektieren und aufzuhören, wenn man satt ist – auch wenn der Teller noch nicht leer ist.
Der Aufbau über rund ein Drittel der Fastenzeit
Nach dem Fastenbrechen beginnen die eigentlichen Aufbautage. Ihre Länge richtet sich nicht nach einer festen Zahl, sondern nach der Dauer des Fastens. Die Faustregel, die sowohl die Tannerhof-Praxis als auch die Fastenliteratur teilen, lautet: Der Aufbau nimmt rund ein Drittel der Fastenzeit ein. Wer fünf Fastentage genommen hat, braucht gewöhnlich zwei Aufbautage; bei sieben Fastentagen wächst der Aufbau auf zwei bis drei Tage.
| Fastentage | Aufbautage (≈ 1/3) | Charakter der Tage |
|---|---|---|
| 5 Tage | 2 Aufbautage | Behutsamer Einstieg, leichte Kost, viel Kauen |
| 7 Tage | 2 bis 3 Aufbautage | Schrittweise Erweiterung bis hin zu Fisch |
| 10 Tage und mehr | entsprechend länger, ärztlich abgestimmt | Engmaschig begleitet, individuell angepasst |
In diesen Tagen kehren feste Nahrungs- und Genussmittel schrittweise zurück. Ein typischer Aufbautag beginnt mit einem Frühstück aus Joghurt, Leinsamen und eingeweichten Backpflaumen. Mittags steht leichtes Gemüse auf dem Plan, Salate, ein Gemüse-Soufflé oder gefüllte Zucchini, später kommt auch Fisch dazu. Abends folgt der kleine Gemüseteller der Schlanken Tanne mit wechselndem Eiweiß, etwa Tofu, Schafskäse oder Ei. Wichtiger als der genaue Speiseplan ist das Leitbild dahinter: langsam, leicht, in Ruhe.
Den detaillierten Tagesplan halten die Ärzte und das fastenerfahrene Team am Tannerhof für die Gäste vor Ort bereit. Im Aufnahmegespräch am ersten Fastentag und im weiteren Verlauf wird der Aufbaurhythmus gemeinsam mit dem Fastenden besprochen, denn jeder Mensch verträgt den Übergang ein wenig anders.

Die Leitfrage des Aufbaus: das Mikrobiom
Hinter den Tellern der Aufbautage steht eine einzige, klare Frage: Was ist gut für unser Mikrobiom? Gemeint ist die Gemeinschaft der Mikroorganismen im Darm, die während des Fastens in eine besondere Lage gerät und nun behutsam wieder versorgt sein will. Diese Leitfrage führt sicherer durch die Aufbautage als jede starre Liste.
Aus ihr folgen drei Schwerpunkte:
- Leicht verdauliches Gemüse, das den Darm nicht überfordert.
- Fermentiertes, das dem Mikrobiom freundliche Bakterien zuführt.
- Viele Ballaststoffe, die den guten Darmbakterien als Nahrung dienen.
Ebenso klar ist, was in dieser Phase noch nicht auf den Teller gehört. Nichts Chilliges, nichts Knoblauchiges, nichts Zwiebeliges, nichts Paprikaiges – alles, was scharf reizt oder schwer im Magen liegt, wartet noch. Der frisch geweckte Verdauungsapparat soll Substanz bekommen, keine Reizung. So wird aus der Rückkehr zum Essen ein Aufbau im Wortsinn: Schicht für Schicht, vom Leichten zum Kräftigeren.
Bewegung, Anwendungen und ärztliche Begleitung im Aufbau
Auch in den Aufbautagen bleibt der Tannerhof-Rahmen derselbe wie in der Fastenwoche, nur dass der Körper langsam wieder mehr Substanz bekommt. Bewegung gehört dazu, maßvoll dosiert: moderates Grundlagenausdauertraining und moderates Krafttraining, dazu Yoga, Feldenkrais, Tai Chi, Theraband-Training und Atemtherapie. Eine Wanderung oder ein Saunagang in ruhigem Tempo passt gut in diese Tage, denn der Körper nährt sich noch immer ein Stück weit von innen.
Das begleitende Anwendungsspektrum ist bewusst breit, weil der Übergang mehr ist als eine Frage des Speiseplans. Zu den medizinischen Anwendungen zählen die Bioimpedanzanalyse zur Messung der Körperzusammensetzung, das IHHT-Höhentraining je nach Programm und, wo ärztlich passend, die Ozon-Eigenbluttherapie. Dazu kommen Wickel und Auflagen wie der leberunterstützende Heublumenwickel, Aromawickel sowie Moor- und Warmpackungen, Bäder und Güsse wie der Kneipp'sche Wechselguss und magnesiumreiche Entschlackungsbäder, Massagen wie die Fastenmassage, die Entschlackungsmassage mit Königsöl oder die Azidosemassage, Lymphdrainage und Fußreflexzonenmassage. Für die mentale Seite begleiten psychotherapeutisches Coaching, Naturcoaching, Business- und Kommunikationscoaching sowie Kunsttherapie.
Die ärztliche Begleitung schließt den Bogen. Am Ende der Fastenwoche steht ein Abschlussgespräch mit den begleitenden Ärztinnen, in dem ausgewertet wird, was sich verändert hat, welche Empfehlungen für den Alltag passen und wie der Übergang in die Ernährung danach aussehen kann. Die Ärzte am Tannerhof sind Experten im Fasten, und der Aufbau ist die Phase, in der sich diese Erfahrung besonders auszahlt. Umgebung und ärztliche Begleitung wirken dabei gleichwertig: Bayrischzell, die Almwiese, der Bergbach, die klare und reine Bergluft und der Blick zum Wendelstein geben dem Übergang den ruhigen Rahmen. Mein Versteck in den Bergen ist genau dieser Rahmen.
Der Übergang in den Alltag: Schlanke Tanne und Intervall
Mit dem letzten Aufbautag endet die Fastenwoche, aber nicht ihre Wirkung. Damit das, was im Fasten begonnen hat, im Alltag erhalten bleibt, empfiehlt der Tannerhof einen sanften Anschluss. Nach dem Aufbau ist mindestens eine weitere Woche in einem ruhigen Essrhythmus schön, etwa über die Schlanke Tanne Low Carb, die hauseigene Low-Carb-Kostform, in ihrer Variante Schlanke Tanne Drei oder als Intervall.
Die Schlanke Tanne ist kein Buchinger-Ersatz, sondern ein Weg, die Fastenerfahrung in den Alltag zu tragen – mit Eiweiß, Gemüse, guten Fetten und der Idee, wieder anders zu essen, ohne die Freude am Essen kleinzumachen. Wenn statt Verzicht der Gewinn an Genuss und Lebensfreude im Vordergrund steht. Auch das Intervallfasten, etwa in einem 16/8-Rhythmus, gehört in diese Logik: Es ist nicht das mehrtägige Kompaktfasten nach Buchinger, sondern die empfohlene Form, dessen Benefits in den Alltag zu tragen.
Welche Anschluss-Ernährung im Einzelfall passt, gehört nicht in eine allgemeine Formel, sondern in das Abschlussgespräch mit den begleitenden Ärztinnen. Eine Übersicht über das Heilfasten und die Schlanke Tanne Low Carb gibt der Hub Heilfasten und Schlanke Tanne. So bekommt eine Fastenwoche, was sie tragfähig macht: einen Anfang, eine Mitte und einen Übergang, der ins Leben zurückführt.
FAQs
Das Fastenbrechen zählt noch als Fastentag. Mittags steht ein kleines Tässchen Fastersuppe auf dem Tisch, danach folgt der Apfel, roh oder gedünstet, jeder Bissen dreißig- bis vierzigmal gekaut. Abends gibt es eine Gemüsesuppe, diesmal mit nicht pürierten Gemüsestückchen. So wird der Körper Schritt für Schritt an feste Nahrung zurückgeführt.
Der Apfel ist eine milde, gut verträgliche erste feste Speise. Er bringt etwas Süße, viel Wasser und mit dem Pektin einen sanften Ballaststoff, der den Darm langsam wieder weckt. Entscheidend ist das gründliche Kauen: Jeder Bissen wird dreißig- bis vierzigmal gekaut, sodass die Verdauung schon im Mund beginnt.
Als Faustregel nimmt der Aufbau rund ein Drittel der Fastenzeit ein. Bei fünf Fastentagen sind das gewöhnlich zwei Aufbautage, bei sieben Fastentagen zwei bis drei. Bei längeren Fastenzeiten verlängert sich der Aufbau entsprechend und wird ärztlich abgestimmt. Wichtiger als die genaue Zahl ist der behutsame, schrittweise Charakter dieser Tage.
Die Leitfrage lautet: Was tut dem Mikrobiom gut? Auf den Teller kommen leicht verdauliches Gemüse, Fermentiertes und viele Ballaststoffe, später auch Fisch und ein wechselndes Eiweiß wie Tofu, Schafskäse oder Ei. Noch nicht passend ist alles Scharfe, Knoblauchige, Zwiebelige oder Paprikaige. Gegessen wird langsam, mit Respekt vor dem Sättigungsgefühl.
Nach mehreren Fastentagen ist der Verdauungsapparat zur Ruhe gekommen. Würde er nun mit reichlicher oder schwerer Kost überfordert, ginge ein Teil der Fastenwirkung verloren. Der langsame, bewusste Aufbau führt den Körper behutsam zurück und festigt, was das Fasten begonnen hat. Deshalb gilt diese Phase in der Fastenmedizin als der anspruchsvollere Teil.
Nach dem Aufbau empfiehlt sich ein sanfter Übergang in den Alltag, etwa über die Schlanke Tanne Low Carb in der Variante Schlanke Tanne Drei oder als Intervall. Welche Anschluss-Ernährung im Einzelfall passt, wird im ärztlichen Abschlussgespräch besprochen. So bleibt die Fastenwirkung über die Fastenwoche hinaus erhalten.
Quellen
- Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e. V. (ÄGHE): Leitlinien zur Fastentherapie (Konsens 2002, Update 2013), mit Angaben zum Kostaufbau nach der Fastenzeit.
- UGB-Gesundheitsberatung: Fastenbrechen und Aufbautage – Apfel zum Fastenbrechen, Kauen und die Regel, dass der Aufbau mindestens ein Drittel der Fastenzeit einnimmt.
- Wilhelmi de Toledo F., Grundler F., Bergouignan A., Drinda S., Michalsen A.: Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects, PLOS One, 2019 – beschreibt das schrittweise Wiedereinführen der Nahrung über rund vier Tage von 800 auf 1.600 kcal.
- Hauseigene Quellen: Naturhotel Tannerhof, Body Detox und Die Buchinger-Methode.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt das Fastenbrechen und den Aufbau nach Heilfasten nach Buchinger sowie die Haltung und Praxis des Naturhotels Tannerhof. Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Eine telefonische ärztliche Vorberatung ist auf Anfrage möglich.









