Heilfasten nach Buchinger: Methode, Herkunft, Wirkung und Ablauf
Was Heilfasten nach Buchinger ist, woher die Methode kommt, was im Körper geschieht und wie eine Fastenwoche aufgebaut ist – ein ruhiger Überblick aus dem Naturhotel Tannerhof.

Heilfasten nach Buchinger ist der bewusste, zeitlich begrenzte Verzicht auf feste Nahrungs- und Genussmittel. Statt dessen tragen Wasser, Kräutertees, frisch gepresste Säfte und milde Gemüsesuppe durch den Tag. Die Methode geht auf den Arzt Otto Buchinger zurück. Das Naturhotel Tannerhof begleitet sie seit über 70 Jahren ärztlich.
Das Wichtigste in Kürze
- Heilfasten nach Buchinger ist keine Nulldiät und keine primäre Abnehmmethode, sondern eine Therapiemethode mit Tee, Wasser, Suppe und frisch gepressten Säften.
- Die Methode geht auf den Arzt Otto Buchinger (1878–1971) zurück, der das Fasten aus der Volksheilkunde in eine ärztlich geführte Form überführte.
- Im Körper laufen zwei Vorgänge gleichzeitig: die Umstellung auf Fettverbrennung und die Autophagie, das zelluläre Recycling.
- Eine Fastenwoche hat einen Anfang, eine Mitte und einen Übergang: Entlastung, Fastentage, Fastenbrechen und Aufbau über rund ein Drittel der Fastenzeit.
- Am Tannerhof gehört Heilfasten zur Geschichte des Hauses und wird seit drei Ärztegenerationen immer individuell ärztlich begleitet.
Was Heilfasten nach Buchinger bedeutet
Heilfasten nach Buchinger ist die bekannteste Form des Heilfastens im deutschsprachigen Raum. Im Kern steht eine klare Definition: der bewusste, zeitlich begrenzte Verzicht auf feste Nahrungs- und Genussmittel. Das ist kein Aushungern und keine Nulldiät, sondern ein begleiteter Prozess, in dem der Körper über mehrere Tage aus Flüssigkeit lebt – und sich dabei verändert.
Buchinger-Heilfasten ist mehr als eine Diät. Es ist Therapiemethode, Reinigung auf vielen Ebenen und Begegnung mit sich selbst. Gewichtsverlust kann ein Nebeneffekt sein, doch im Mittelpunkt stehen Entlastung, eine klare Zäsur und das langsame Wiederfinden eines guten Essrhythmus. Wer den Ablauf, die Pakete und die Methodik am Haus im Detail ansehen möchte, findet beides auf der Tannerhof-Seite zur Buchinger-Methode, eingebettet in den Hub Heilfasten und Schlanke Tanne.
Zwei Sätze prägen die Haltung im Haus bis heute. Otto Buchingers Fasten regt den inneren Arzt an und der überlieferte Satz von Johannes von Mengershausen aus der zweiten Familiengeneration, der das Heilfasten an den Tannerhof brachte: Beim Heilfasten entdecken Sie eine neue Freiheit: die Unabhängigkeit von fester Nahrung. Fasten bedeutet Stille, Hinhorchen auf das innere Geschehen und Besinnung auf das Wesentliche. Am Tannerhof gehört zu dieser Methode auch der Ort: Bayrischzell, Almwiesen, Bergbach, klare und reine Bergluft und Mein Versteck in den Bergen als Rahmen für eine Praxis, die das Haus seit Generationen trägt.
Otto Buchinger und die Herkunft der Methode
Otto Buchinger wurde am 16. Februar 1878 in Darmstadt geboren und war Arzt. Eine schwere Erkrankung ab 1917 brachte die Wende: Erst eine Fastenkur beim Freiburger Arzt Gustav Riedlin aktivierte, wie Buchinger es später beschrieb, seine Selbstheilungskräfte. Aus dieser eigenen Erfahrung wurde eine ärztliche Lebensaufgabe. Nach mehrjähriger Vorarbeit eröffnete Buchinger 1920 in Witzenhausen das Kurheim Dr. Otto Buchinger; im November 1935 verlegte er die Klinik nach Bad Pyrmont.
Buchingers Leistung war es, das Fasten aus der Volksheilkunde in eine ärztlich geführte Methode zu überführen. Er verband die körperliche Seite – den Verzicht, die Flüssigkeitszufuhr, die Bewegung, die Wärme – mit einer inneren, besinnlichen Seite. Diese Verbindung von Medizin und innerer Einkehr ist bis heute das Kennzeichen der Methode. In seinem Buch Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden, 1935 erschienen, hat er sie ausführlich beschrieben.
Aus dieser Arbeit ist eine Methode geworden, die heute wissenschaftlich untersucht wird und in vielen ärztlich geführten Häusern Anwendung findet – auch am Naturhotel Tannerhof, eingeführt durch Johannes von Mengershausen und seither seit drei Ärztegenerationen weitergeführt. Fasten in der DNA des Hauses beschreibt, wie selbstverständlich das Heilfasten zum Tannerhof gehört.
Warum Menschen fasten
Die Beweggründe sind verschieden. Viele Gäste suchen ein mentales Runterfahren, einen Gegenpol zu Reizüberflutung und Dauerbeschleunigung. Andere wollen die Entlastung vom Überfluss, in der sich das Essen auf das Nötigste reduziert – oft mit einer intensiveren Freude am Essen danach. Wieder andere kommen mit einem medizinischen Anliegen oder mit dem Wunsch, den eigenen Alltag nach dem Fasten neu zu ordnen.
Hinter diesen Beweggründen steht eine gut dokumentierte Studienlage. Die Leitlinien zur Fastentherapie stammen von der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung (ÄGHE). Diese Leitlinien, ursprünglich 2002 publiziert und 2013 aktualisiert, beschreiben Methodik, Patientenauswahl, Kontraindikationen und medizinische Begleitung. Sie ordnen den Einsatz unter fachlicher Begleitung unter anderem bei rheumatischen Erkrankungen, Bluthochdruck, dem metabolischen Syndrom, Allergien, Autoimmunerkrankungen, Asthma, Migräne, Diabetes mellitus Typ II und Depressionen ein.
Wie gut längeres Fasten vertragen wird, zeigt eine große Beobachtungsstudie von Wilhelmi de Toledo und Kolleginnen aus dem Jahr 2019, veröffentlicht in PLOS One. Begleitet wurden 1.422 Menschen über Fastenperioden von vier bis einundzwanzig Tagen nach der Buchinger-Methode. Schwere oder dauerhafte unerwünschte Wirkungen traten nicht auf; das körperliche und emotionale Wohlbefinden stieg in allen Gruppen deutlich an. Von den 404 Teilnehmenden mit bestehenden gesundheitlichen Beschwerden berichteten 84,4 Prozent von einer Besserung, und 93,2 Prozent aller Teilnehmenden erlebten während des Fastens kein Hungergefühl. Ob Heilfasten im Einzelfall passt, gehört am Tannerhof dennoch immer in die ärztliche Klärung.
Was im Körper geschieht: Fettverbrennung und Autophagie
Im Fasten arbeitet der Körper auf mehreren Ebenen. Zwei davon werden oft miteinander vermischt und sollten klar unterschieden werden.
Die erste Ebene ist die Fettverbrennung. Wenn die schnell verfügbaren Kohlenhydratspeicher zurückgehen, stellt der Stoffwechsel innerhalb der ersten Tage von Glucose auf Fettsäuren und Ketonkörper um. Das ist die energetische Seite des Fastens: Der Körper gewinnt seine Energie zunehmend aus eigenen Reserven. In der PLOS-One-Studie ließ sich dieser Wechsel in die Ketose über ansteigende Ketonkörper belegen, die nach rund fünf Tagen ein Plateau erreichten.
Die zweite Ebene ist die Autophagie. Sie meint nicht Fettverbrennung, sondern körpereigene Recycling- und Reinigungsprozesse auf Zellebene: Zellbestandteile werden abgebaut, verwertet und neu geordnet. Wie grundlegend dieser Mechanismus ist, zeigt der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2016, der an Yoshinori Ohsumi für die Entdeckung der Mechanismen der Autophagie ging. Schöner umschrieben: Alle Recycling-Prozesse werden angetrieben, überall wird geputzt – zellulär, vaskulär, im Bindegewebe, im Darm, im Gehirn, in Leber und Nieren.
Beide Vorgänge treten während des Fastens zusammen auf, beschreiben aber unterschiedliche Mechanismen. Bei bestimmten Stoffwechsel- und chronischen Themen kann Fasten medizinisch interessant sein; die Frage, ob es im Einzelfall passt, gehört ins Gespräch mit dem ärztlichen Team. Auch mentale Effekte gehören dazu: oft verringert sich der Schlafbedarf, manche erleben eine Fastereuphorie durch veränderten Serotonin-Stoffwechsel.

Das Prinzip: Tee, Suppe, Saft und Flüssigkeit
Das Besondere an der Buchinger-Methode ist, was während des Fastens auf den Tisch kommt. Anders als bei der reinen Nulldiät bleibt der Körper nicht ganz ohne Zufuhr. Stattdessen trägt ein Rhythmus aus milden Flüssigkeiten durch den Tag, der dem Stoffwechsel etwas Substanz gibt und das Fasten tragbar macht. Am Tannerhof sieht dieser Rhythmus so aus:
- Morgens ein Kräutertee.
- Mittags eine milde Gemüsesuppe.
- Abends ein frisch gepresster Obst- oder Gemüsesaft, dazu wahlweise Buttermilch oder Sojade als Teil der Eiweißversorgung.
- Tagsüber rund drei Liter Flüssigkeit: Fastertee, Mineralwasser, Zitronenwasser, heißes Ingwerwasser.
Dazu kommen bei Bedarf weitere Eiweißträger und ein Basenpräparat gegen saure Stoffwechselprodukte und Harnsäurekristalle. Und es gibt das kleine Zugeständnis, das den Fastencharakter nicht aufhebt: ein Löffel Honig oder ein Espresso, um ein Tief zu überbrücken. Dieser Aufbau unterscheidet die Buchinger-Methode vom kompletten Nahrungsentzug – sie hält den Menschen in Bewegung, statt ihn lahmzulegen.
Der Ablauf einer Fastenwoche im Überblick
Eine Fastenwoche beginnt nicht erst mit der Suppe. Vor der Anreise empfehlen die Ärzte am Tannerhof einen oder mehrere Entlastungstage zu Hause, etwa als Obst-, Kartoffel-, Gemüse- oder Rohkosttag – wie viele, entscheidet der Gast. Die Aufenthaltsdauer und die Fastenpauschale sind zu diesem Zeitpunkt bereits gebucht. Im Aufnahmegespräch am ersten Fastentag wird der konkrete Ablauf innerhalb dieses Rahmens gemeinsam abgestimmt.
| Phase | Inhalt |
|---|---|
| Anreisetag und Entlastung | Leichter Gemüseteller zum Abendessen. Ein bis mehrere Entlastungstage zu Hause werden empfohlen. |
| 1. Fastentag: Aufnahmegespräch und Fastenstart | Erst das ärztliche Gespräch mit Anamnese, körperlicher Untersuchung inklusive Bioimpedanzanalyse und Medikamentenabgleich. Danach der Fastenstart mit Glaubersalz oder einer anderen individuell besprochenen Methode. |
| 2. bis 3. Tag: Umstellung | Der Körper stellt spürbar um; Schwäche, Zittrigkeit oder Kopfschmerzen können vorkommen. |
| Fastentage: fünf oder mehr | Tagesrhythmus mit Tee, Wasser, milder Gemüsesuppe, frisch gepresstem Saft. |
| Fastenbrechen | Zählt noch zur Fastenzeit. Beginnt mit dem Apfel, roh oder gedünstet. |
| Aufbautage | Schrittweise Rückkehr zu festen Nahrungs- und Genussmitteln über rund ein Drittel der Fastenzeit. |
Die Fastergäste nehmen ihre Mahlzeiten in der Fasterstube ein, dem eigenen Esszimmer für Fastengäste. Wer fastet, braucht einen anderen Takt als jemand, der im 3/4-Takt genießt. Wir empfehlen fünf Fastentage aufwärts; für Erstfaster ist eine Woche mit Aufbau eine schöne Größe, rund zehn Tage insgesamt.
Bewegung bleibt Teil des Fastens, maßvoll dosiert. Moderates Grundlagenausdauertraining und moderates Krafttraining stehen ebenso zur Verfügung wie Yoga, Feldenkrais, Tai Chi, Theraband-Training und Atemtherapie. Gipfeltouren und Laufen sind möglich, nur in einem Tempo, das zum Fasten passt – der Körper nährt sich von innen. Das Tannerhof Spa mit Indoor-Pool, historischem Saunahäuschen und der BadeHarpfe mit ihrem 25-Meter-Outdoor-Naturpool steht für die ruhigen Stunden dazwischen.
Ärztliche Begleitung als Tannerhof-Praxis
Ärztliche Begleitung ist beim Fasten nicht grundsätzlich zwingend, aber sinnvoll. Am Tannerhof wird Heilfasten immer ärztlich begleitet. Die Ärzte am Tannerhof sind Experten im Fasten; sie begleiten Werte und Kreislauf ebenso wie den individuellen Verlauf.
Die ärztlichen Termine bilden einen ruhigen Bogen: Aufnahmegespräch am ersten Fastentag (holistisch, mit Anamnese, körperlicher Untersuchung inklusive Bioimpedanzanalyse und Medikamentenabgleich), bei Bedarf Folgeberatung, am Ende Abschlussgespräch. Das begleitende Therapieangebot ist bewusst breit: Bioimpedanzanalyse, IHHT-Höhentraining, Ozon-Eigenbluttherapie wenn passend, Heublumenwickel, Aromawickel, Moor- und Warmpackungen, Kneipp'scher Wechselguss, Entschlackungsbäder, Fastenmassage, Entschlackungsmassage mit Königsöl oder Azidosemassage, Lymphdrainage, Fußreflexzonenmassage.
Für die mentale Seite begleiten psychotherapeutisches Coaching, Naturcoaching, Business- und Kommunikationscoaching sowie Kunsttherapie. Fastenerfahrung ist am Haus in allen Abteilungen verankert. Wer den konkreten Rahmen ansehen und online buchen möchte, findet ihn im Programm Body Detox.
Fastenbrechen, Aufbau und Schlanke Tanne
Der Aufbau ist nicht der Nachsatz des Fastens, sondern seine Fortsetzung mit anderen Mitteln. Das Fastenbrechen zählt noch als Fastentag: mittags ein kleines Tässchen Fastersuppe, dann der Apfel, jeden Bissen dreißig- bis vierzigmal gekaut. Abends folgt eine Gemüsesuppe mit nicht pürierten Stückchen. Wer fünf Fastentage nimmt, baut über zwei Tage auf; bei sieben Fastentagen sind es zwei bis drei.
Im Mittelpunkt: leicht verdauliches Gemüse, Fermentiertes, viele Ballaststoffe und achtsames Kauen. Im Abschlussgespräch wird auch die Ernährung danach besprochen. Wenn eine nachhaltige Umstellung gewünscht ist, kann die Schlanke Tanne Low Carb anschließen, die hauseigene Low-Carb-Kostform. Sie ist kein Buchinger-Ersatz, sondern ein Weg, Fastenerfahrung in den Alltag zu tragen. Wenn statt Verzicht der Gewinn an Genuss und Lebensfreude im Vordergrund steht.

Buchinger, F.X. Mayr und Intervallfasten
Heilfasten nach Buchinger ist Kompaktfasten über mehrere Tage, der bewusste, zeitlich begrenzte Verzicht auf feste Nahrungs- und Genussmittel, getragen von Flüssigkeit. F.X. Mayr arbeitet stärker mit Kauschulung und milden, leicht verdaulichen Nahrungsmitteln. Beide Methoden sind seriös und etabliert.
| Merkmal | Heilfasten nach Buchinger | F.X. Mayr |
|---|---|---|
| Grundprinzip | Bewusster, zeitlich begrenzter Verzicht auf feste Nahrungs- und Genussmittel | Kauschulung mit milden, leicht verdaulichen Nahrungsmitteln |
| Form | Kompaktfasten über mehrere Tage, getragen von Flüssigkeit | Schonkost mit Schwerpunkt auf Verdauung und gründlichem Kauen |
| Gemeinsames Ziel | Reinigung, Erneuerung, Autophagie | Reinigung, Erneuerung, Autophagie |
Am Tannerhof wird nach Buchinger gefastet. Intervallfasten, etwa in einem 16/8-Rhythmus, ist wiederum kein Buchinger-Ersatz, sondern die empfohlene Form, die Benefits des Kompaktfastens in den Alltag zu tragen. Die Schlanke Tanne Intervall kann dafür ein Tannerhof-Weg sein.
Wer fasten kann und wer ärztlich klärt
Entscheidend für das Fasten sind der eigene Wille und die Bereitschaft, sich darauf einzulassen. Bei Schwangerschaft, Stillzeit und Anorexie gehört Heilfasten nicht in die Planung. Bei chronischen Erkrankungen, laufender Medikation oder Unsicherheit lässt sich vor der Anreise eine telefonische ärztliche Vorberatung anfragen; entscheidend bleibt dann das Aufnahmegespräch am ersten Fastentag.
Heilfasten am Tannerhof entdecken
Das Naturhotel Tannerhof bietet Heilfasten nach Buchinger seit über 70 Jahren an: ärztlich begleitet, fastenerfahren in allen Abteilungen und eingebettet in Bayrischzell, zwischen Almwiese, Bergbach und dem Blick zum Wendelstein. Wer den konkreten Rahmen ansehen und online buchen möchte, findet ihn im Programm Body Detox und auf der Seite zur Buchinger-Methode. Einen erzählerischen Eindruck gibt der Magazinbeitrag Spüren, Saufen, Löffeln – ein Fastertag am Tannerhof.
FAQs
Heilfasten nach Buchinger ist der bewusste, zeitlich begrenzte Verzicht auf feste Nahrungs- und Genussmittel. Statt fester Kost tragen Kräutertee, milde Gemüsesuppe, frisch gepresste Säfte und reichlich Flüssigkeit durch den Tag. Es ist keine Nulldiät und keine primäre Abnehmmethode, sondern eine Therapiemethode, die körperliche Entlastung mit innerer Einkehr verbindet.
Die Methode geht auf den Arzt Otto Buchinger (1878–1971) zurück. Nach einer eigenen Fastenkur, die ihm nach schwerer Krankheit half, entwickelte er das Heilfasten zu einer ärztlich geführten Methode und eröffnete 1920 in Witzenhausen sein Kurheim, das er 1935 nach Bad Pyrmont verlegte. Seine Erfahrungen beschrieb er im Buch Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden.
Zwei Vorgänge laufen gleichzeitig. Der Stoffwechsel stellt von Glucose auf Fettsäuren und Ketonkörper um, also auf Fettverbrennung. Parallel laufen Autophagie-Prozesse, das zelluläre Recycling, für dessen Entdeckung Yoshinori Ohsumi 2016 den Nobelpreis für Medizin erhielt. Beide Prozesse sind zu unterscheiden.
Nein. Heilfasten nach Buchinger wird als Therapiemethode, als Reinigung auf vielen Ebenen und als Begegnung mit sich selbst verstanden. Gewichtsreduktion kann ein Nebeneffekt sein, ist aber nicht der Kern. Für eine dauerhafte Veränderung braucht es den Aufbau und eine Anschluss-Strategie.
Am Tannerhof werden fünf Fastentage aufwärts empfohlen, weil die Umstellung Zeit braucht. Für Erstfaster ist eine Woche mit Aufbau eine schöne Größe, rund zehn Tage insgesamt. Die Dauer wird vor der Anreise gebucht; ab dem Aufnahmegespräch wird der Ablauf gemeinsam mit dem ärztlichen Team angepasst und kann verlängert werden.
Ja. Eine Beobachtungsstudie von Wilhelmi de Toledo und Kolleginnen aus dem Jahr 2019 begleitete 1.422 Menschen über vier bis einundzwanzig Tage nach dem Buchinger-Prinzip und fand die Methode gut verträglich; 93,2 Prozent erlebten kein Hungergefühl. Leitlinien und weitere Studien zur Fastentherapie sind bei der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung einsehbar.
Heilfasten nach Buchinger ist Kompaktfasten über mehrere Tage, getragen von Flüssigkeit. F.X. Mayr arbeitet mit Kauschulung und milden, leicht verdaulichen Nahrungsmitteln. Beide Methoden sind seriös und etabliert; sie unterscheiden sich in Ablauf und Schwerpunkt, nicht in einer Sicherheitsfrage. Das gemeinsame Ziel ist Reinigung und Erneuerung.
Quellen
- Landesärztekammer Hessen: Otto Buchinger (1878–1971): Pionier des Heilfastens, Hessisches Ärzteblatt, März 2022.
- Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e. V. (ÄGHE): Leitlinien zur Fastentherapie (Konsens 2002, Update 2013).
- Wilhelmi de Toledo F. et al.: Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects, PLOS One, 2019.
- The Nobel Prize in Physiology or Medicine 2016, Yoshinori Ohsumi: for his discoveries of mechanisms for autophagy.
- Hauseigene Quellen: Naturhotel Tannerhof, Die Buchinger-Methode und Body Detox.
Hinweis
Dieser Artikel beschreibt die Herkunft und das Prinzip von Heilfasten nach Buchinger sowie die Haltung und Praxis des Naturhotels Tannerhof. Er ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Eine telefonische ärztliche Vorberatung ist auf Anfrage möglich.
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